Der Musikstreamingdienst Spotify ist erfolgreich an der Börse gestartet. Die Aktie des schwedischen Unternehmens wurde zu ihrem Verkaufsstart in New York bei einem Wert von 165,90 Dollar (135,20 Euro) gehandelt. Damit wurde der Marktwert von Spotify auf 29,5 Milliarden Dollar veranschlagt – dies war rund ein Viertel mehr, als vor Börsenstart geschätzt worden war. Die Aktien waren damit zum Börsenstart deutlich mehr wert als zuvor bei privaten Transaktionen.

In den vergangenen zwölf Monaten wurden Spotify-Aktien privat zwischen 48,93 und 132 Dollar  gehandelt. Für den Börsengang wählte das Unternehmen das ungewöhnliche Verfahren der sogenannten Direktplatzierung. Dabei werden keine neuen Aktien verkauft, sondern nur bereits bestehende Anteile in den Handel gebracht. Spotify sparte sich damit die Kosten, die bei dem üblichen Verfahren für Banken als Zwischenhändler fällig werden. Allerdings verzichtete das Unternehmen mit der Direktplatzierung auch darauf, frisches Geld einzusammeln, und nahm einen ungewissen Handelsauftakt in Kauf. Für die New Yorker Börse war es die erste Direktplatzierung überhaupt.

Spotify verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 71 Millionen zahlende Abonnenten und insgesamt 159 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Das Unternehmen war 2017 mit einem Anteil von 40 Prozent unter den zahlenden Abonnenten Marktführer unter den Musikstreamingdiensten, schreibt aber seit seiner Gründung 2006 nur rote Zahlen. Obwohl der Umsatz 2017 um fast 39 Prozent stieg, nahm gleichzeitig der operative Verlust von 349 Millionen auf 378 Millionen Dollar zu. 2018 will Spotify die Marke von 200 Millionen Nutzern erreichen, rechnet aber mit einem Minus von 230 bis 330 Millionen Dollar. 

Firmenchef Daniel Ek sagte, der Börsengang ändere "nicht, wer wir sind, um was es uns geht und wie wir vorgehen". Vor dem Börsendebüt verglich sich Spotify mit dem Videostreaming-Marktführer Netflix. Das Unternehmen hatte zuvor Barry McCarthy, der 2002 bereits Netflix an die Börse gebracht hatte, als Finanzchef verpflichtet. Auch Netflix machte lange Verluste, ist heute aber profitabel und an der Börse mehr als 123 Milliarden Dollar wert.

Marktschätzungen zufolge kommen inzwischen 60 Prozent aller Musikumsätze von Streamingdiensten. Während die Techgiganten Apple, Amazon und Google es sich bei ihren konkurrierenden Streamingdiensten leisten können, Verluste durch andere Geschäftszweige auszugleichen, hat Spotify keine anderen Einnahmequellen als Abonnementgebühren und Werbung. Aus diesen muss es aber die Lizenzgebühren an die Rechtebesitzer der angebotenen Musik bestreiten.