Die Firmen der Zulieferergruppe Prevent planen eine Schadenersatzklage in Milliardenhöhe gegen Volkswagen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, bestätigte ein Sprecher der Gruppe entsprechende Vorbereitungen. VW hatte Prevent kürzlich mehrere Aufträge fristlos gekündigt. VW teilte der Zeitung mit, dass die angekündigte Klage jeglicher Grundlage entbehre.

In der Branche rechnet man demnach mit einer Forderung von rund zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Die genaue Höhe stehe derzeit noch nicht fest. Dem Prevent-Sprecher zufolge wird die Klage sicher "im Milliardenbereich liegen". Zudem soll Prevent eine Strafanzeige gegen VW wegen Eingehungsbetrug stellen: Demnach soll Volkswagen gar nicht vorgehabt zu haben, Vereinbarungen mit der Prevent-Gruppe einzuhalten.

Der Ursprung der Auseinandersetzung liegt im Jahr 2016. Damals brachte der Lieferstopp zweier Tochterfirmen der Prevent-Gruppe Volkswagen in eine prekäre Lage. Nur wegen des damals erzwungenen Produktionsstopps in VW-Werken habe man sich auf ein Eckpunktepapier über eine weitere Zusammenarbeit mit der Prevent-Gruppe eingelassen, teilte VW mit. "Die Tatsache, dass wir die Vereinbarung für anfechtbar halten, haben wir der Prevent-Gruppe von Anfang an mitgeteilt." Aus diesem Grund liege auch kein Eingehungsbetrug vor.

Zur Prevent-Gruppe gehören mehrere Firmen, die Automobilhersteller, darunter auch VW, mit Teilen aller Art beliefern. Gegründet hatte die Gruppe der bosnische Geschäftsmann Nijaz Hastor.