Der Elektroautobauer Tesla hat seinen Umsatz binnen einem Jahr um 26 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar erhöht. Zugleich machte das Unternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk mehr als 700 Millionen Dollar Verlust.

Tesla vermeldete Fortschritte bei der Serienproduktion seines ersten Mittelklassewagens Model 3. Nach Angaben des Autobauers sollen bis Mitte des Jahres pro Woche rund 5.000 neue Autos vom Band laufen. Kürzlich hatte es beim schwierigen Start der Massenfertigung Probleme gegeben. Mit dem Model 3 baut Tesla sein erstes Autos außerhalb des Luxussegments. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an das Auto, das für 35.000 Dollar zu haben sein soll und der E-Mobilität den Weg von der Nische in den Massenmarkt ebnen soll. Eigentlich sollten schon im Dezember vergangenen Jahres 5.000 Autos pro Woche gebaut werden, nun wird dieses Ziel für Juni angestrebt.

Aufgrund der Schwierigkeiten beim Anlauf der Serienproduktion hatte Musk die Angelegenheit kürzlich zur Chefsache erklärt. Wie er in einem Brief an die Aktionäre mitteilte, will der Unternehmer mit Tesla im dritten und vierten Quartal dieses Jahres schwarze Zahlen schreiben. Hierzu müssen Produktion und Verkauf des Model 3 besser anlaufen. Auch wenn Musk in einer Telefonkonferenz sagte, nicht mehr auf Kredite angewiesen zu sein, rechnen Experten damit, das sich das Unternehmen dieses Jahr noch einmal am Kapitalmarkt versorgen muss, um seine ambitionierten Ziele erreichen zu können. Die Firma hat seit der Gründung 2003 noch kein Geschäftsjahr mit Gewinn abgeschlossen. 

Musk weist Fragen von Analysten ab

Bei der Telefonkonferenz wich Musk den Fragen der Analysten aus, die er als "trocken" und "langweilig" bezeichnete, und ging lieber auf die Anliegen von Privatanlegern ein. So sagte er, dass Teslas Batterien die niedrigsten Kosten pro Kilowattstunde unter allen Herstellern habe. Zudem kommen die Batterien weitgehend ohne Kobalt aus. Dieses stammt größtenteils aus dem Kongo, wo unter anderem Kinder bei der Förderung eingesetzt werden. Große Fahrzeugbatterien, die fast ohne Kobalt auskommen, wären daher nicht nur aus finanzieller Sicht ein Durchbruch.

Die Anleger reagierten unentschlossen auf die Zahlen. So stieg die Aktie nachbörslich um fast zwei Prozent, jedoch wurde Musks Verhalten in der Telefonkonferenz mit einem Minus von 4,5 Prozent abgestraft.

Kritik an Umgang mit tödlichem Unfall

In den vergangenen Wochen war das Unternehmen wegen eines tödlichen Unfalls mit seinem halbautonomen Model X in Kritik geraten. So wirft die amerikanische Verkehrsaufsichtsbehörde National Transportation Safety Board (NTSB) dem Unternehmen vor, unerlaubt Ermittlungsergebnisse veröffentlicht zu haben, bevor diese geprüft wurden. Demnach gibt Tesla dem Fahrer Schuld an dem Unfall, weil dieser trotz Warnungen des halbautonomen Fahrassistenzsystems nicht die Kontrolle über das Fahrzeug übernommen habe.

Autonomes Fahren - Wen überfahren, wen retten? Bei Tests haben autonome Fahrzeuge Menschen getötet. Entwickler arbeiten an Kriterien, nach denen im Notfall Entscheidungen getroffen werden sollen. © Foto: NOAH BERGER/AFP/Getty Images