Der Elektroautobauer Tesla hat angekündigt, sich neu zu strukturieren und damit auf die Probleme bei der Produktion des ersten Mittelklassewagens Model 3 zu reagieren. "Um sicherzustellen, dass Tesla für die Zukunft gut gerüstet ist, haben wir eine grundlegende Umstrukturierung unseres Unternehmens eingeleitet", schrieb Tesla-Chef Elon Musk in einem Memo an die Mitarbeiter, welches dem Wall Street Journal vorlag.

Demnach sollen im Management flachere Hierarchien geschaffen und die Kommunikation verbessert werden. Zudem sollen Unternehmensbereiche, die für den Erfolg von Tesla nicht essenziell seien, zurückgefahren werden. Über konkrete Folgen für das Personal und die Unternehmensleitung wollte sich Tesla-Chef Musk nicht äußern.

Umstrukturierungspläne sorgen für Unruhe an Börsen

Derzeit ist Tesla weiterhin mit Problemen bei der Massenfertigung seines ersten Mittelklassewagens Model 3 beschäftigt. Das Unternehmen liegt ein halbes Jahr hinter dem ursprünglichen Zeitplan – bis Mitte Juni soll nun die Marke von 5.000 produzierten Wagen pro Woche erreicht werden. Die Erwartungen an das Model 3 sind hoch. Der 35.000 Dollar teure Mittelklassewagen soll der E-Mobilität den Weg von der Nische in den Massenmarkt ebnen. Bisher gingen 400.000 Bestellungen für das Auto ein. Trotz eines Umsatzhochs macht Tesla immer noch Verluste.

Die nun bekannt gewordenen Umstrukturierungspläne kamen bei den Anlegern nicht gut an – die Tesla-Aktie brach um drei Prozent ein. Neben den Produktionsproblemen belasten auch die Auszeit von Produktionschef Doug Fields, sowie der Weggang von Manager Matthew Schwall zur Roboterautofirma Waymo das Unternehmen. Waymo gehört zum Google-Mutterkonzern Alphabet.

Auch für den Umgang mit einem tödlichen Unfall mit seinem halbautonomen Wagen Model X steht Tesla in der Kritik. So soll das Unternehmen die Ermittlungen der amerikanischen Verkehrsaufsichtsbehörde National Transportation Safety Board (NTSB) behindert haben, indem es unerlaubt Ermittlungsergebnisse veröffentlichte.

Autonomes Fahren - Wen überfahren, wen retten? Bei Tests haben autonome Fahrzeuge Menschen getötet. Entwickler arbeiten an Kriterien, nach denen im Notfall Entscheidungen getroffen werden sollen. © Foto: NOAH BERGER/AFP/Getty Images