Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé wird künftig weltweit die Produkte der US-Kaffeehauskette Starbucks vermarkten. Das teilten beide Konzerne mit. Umgerechnet bekommt Starbucks für die entsprechende Lizenz 5,97 Milliarden Euro und vergrößert damit seinen Jahresumsatz erheblich.  

Starbucks vertreibt neben dem Geschäft in seinen über 28.000 Filialen in mehr als 50 Ländern auf der Welt Produkte wie Kaffeebohnen, Teebeutel, fertige Kaffeegetränke oder Eis in Supermärkten. Dies wird künftig Nestlé übernehmen. Der Transfer von Anlagevermögen ist allerdings nicht vorgesehen: Auch künftig bleiben die Starbucks-Filialen in alleiniger Hand der Kaffeekette. 

Durch die Kooperation will Nestlé vor allem in Nordamerika und insbesondere in den USA wachsen. Hier war der Konzern, der auch die Marken Nescafé und Nespresso vertreibt, von der JAB Holding der deutschen Milliardärsfamilie Reimann überholt worden. Diese hat in den vergangenen Jahren rund 30 Milliarden Dollar in Übernahmen investiert und den Schweizer Konzern unter Druck gesetzt. Nestlé baut bereits seit Längerem seine Präsenz in den USA aus. 2017 hatte das Unternehmen zum Beispiel die kleineren Marken Blue Bottle Coffee und Chameleon Cold-Brew übernommen.

Starbucks gehört in den USA zu den größten Kaffeemarken. Der Konzern gab an, sich auf die Sparten konzentrieren zu wollen, die am meisten zu Umsatz und Gewinn beitragen – und alle Nebengeschäfte daher auslagern zu wollen. Im November hatte das Unternehmen die Teemarke Tazo für 384 Millionen US-Dollar an den Nestlé-Rivalen Unilever verkauft.

Der Verkauf und Vertrieb von Kaffeeprodukten in Supermärkten machte für Starbucks im Jahr 2017 nur acht Prozent des Umsatzes aus – gut 1,8 Milliarden US-Dollar verdiente der Konzern damit. Etwa 500 Beschäftigte arbeiten in dem Segment. Sie sollen jetzt zu Nestlé wechseln. Das Geschäft muss noch von den Aufsichtsräten beider Konzerne genehmigt werden und könnte Ende des laufenden Jahres abgeschlossen werden.