Bei der Deutschen Bank sollen 10.000 Stellen gefährdet sein. Dies berichten das Wall Street Journal und die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Insider. Demnach sollen alle Bereiche und Regionen von dem Stellenabbau betroffen sein. Die drastische Maßnahme solle die Kosten senken. Das Unternehmen wollte den Bericht des Wall Street Journals nicht kommentieren.

Besonders das Investmentbanking soll von den Sparmaßnahmen betroffen sein. Wie das Wall Street Journal schreibt, gab es monatelange Diskussionen über den Umfang des Stellenabbaus. Sollte der Plan wie berichtet umgesetzt werden, könnte jeder zehnte der insgesamt 97.100 Mitarbeiter seinen Job verlieren.

Sewing will Deutsche Bank umstrukturieren

Der neue Vorstandsvorsitzende Christian Sewing hatte einen Umbau der Bank angekündigt. "Wir werden den Kurs unserer Bank jetzt ändern. Es gibt keine Zeit zu verlieren", sagte Sewing bei der Präsentation der Zwischenbilanz Ende April. Die schwachen Ergebnisse des ersten Quartals erforderten ein sofortiges Handeln. Laut Sewing müsse der Kern der Bank "neu definiert" werden, was einen "spürbaren Stellenabbau" erfordere.

Sewing hatte angekündigt, dass die Bank ihren Investmentbankingbereich verkleinern wolle. Dieser war seit den Neunzigerjahren von den Vorstandschefs ausgebaut worden, um der Deutschen Bank eine weltweit führende Rolle zu sichern. Allerdings hat sie dort viele Marktanteile an die US-Konkurrenz verloren, weshalb nun vor allem das US-Zinsgeschäft zurückgefahren wird. Sewing setzt damit eine Forderung namhafter Analysten um.

Fusion mit der Postbank kostet Jobs

Auch bei der Fusion der Deutschen Bank mit der Postbank könnten zahlreiche Stellen wegfallen. Laut Berichten sollen in den kommenden vier Jahren jeweils 1.500 Mitarbeiter das Unternehmen über freiwillige Abfindungsprogramme und natürliche Fluktuation verlassen.

Sewing, der einen Großteil seiner Karriere für die Deutsche Bank gearbeitet hat, war nach einer Krisensitzung des Aufsichtsrates Anfang April zum Nachfolger von John Cryan ernannt worden. Dieser leitete die Bank seit Sommer 2015. Während Cryans Amtszeit machte die Bank drei Jahre in Folge Verluste, was vor allem an juristischen Aufarbeitungen lag. Kritiker hielten dem Briten jedoch vor, beim Konzernumbau zuletzt zu zögerlich agiert zu haben.