Der britische Vodafone-Konzern will nach eigenen Angaben große Teile des britischen Breitbandanbieters Liberty Global übernehmen, darunter auch den deutschen Kabelnetzanbieter Unitymedia mit 7,2 Millionen Kunden. Die beiden Konzerne hätten sich auf einen Kaufpreis von 18,4 Milliarden Euro geeinigt, teilte Vodafone mit. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Kauf bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein wird. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Vodafone gehört seit 2014 bereits das Netz von Kabel Deutschland. Mit dem Kauf von Liberty Global würden die Briten auch das verbliebene Kabelfernsehnetz in Deutschland kontrollieren. Unitymedia ist in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg vertreten. Mit der Übernahme würde Vodafone über ein Fernsehkabelnetz verfügen, mit dem knapp zwei Drittel aller bundesdeutschen Haushalte erreicht werden. Damit könnte Vodafone im ganzen Land Mobilfunk, Fernsehen und Breitband im Paket anbieten.

Neben dem Deutschland-Geschäft soll auch das Liberty-Geschäft in Ungarn, Tschechien und Rumänien an Vodafone gehen.   

Telekom sieht Vodafone-Vorhaben kritisch

Liberty Global hatte im vergangenen Quartal weiter Verlust geschrieben. Das Minus fiel mit 1,2 Milliarden Dollar mehr als dreimal so hoch aus wie vor einem Jahr. Der Umsatz sei hingegen um 4,2 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mit. Der operative Gewinn stieg um 17,5 Prozent auf 493 Millionen Dollar.

Die Deutsche Telekom als Konkurrent sieht das Vorhaben Vodafones kritisch. Unternehmenschef Tim Höttges hat ein mögliches Zusammengehen der beiden großen Kabelnetzbetreiber in Deutschland als "nicht genehmigungsfähig" bezeichnet. Er halte einen Zusammenschluss für falsch und wettbewerbsverzerrend, sagte Höttges nach Bekanntgabe von Vodafone. "Ich persönlich werde dafür kämpfen, dass wir im Sinne eines fairen Wettbewerbs für die Kunden alles tun, um nicht benachteiligt zu sein."