Die Deutsche Bank hat den ersten Teil des US-Stresstests für große Geldinstitute bestanden. Die amerikanische Tochter DB USA hat genügend Kapital, um in einer schweren Wirtschaftskrise zu bestehen, teilte die Federal Reserve Notenbank mit. Auch alle anderen 35 Großbanken bestanden den ersten Teil der jährlichen Krisensimulation, darunter die US-Töchter der Schweizer Banken Credit Suisse und UBS.

Der Test simuliert, wie sich eine Wirtschaftskrise mit einer Arbeitslosenquote von zehn Prozent auf die Rücklagen der Banken auswirken würde. In den Jahren 2015 und 2016 war die Deutsche Bank durch den Stresstest gefallen und musste nachbessern. Die Fed begründete das Scheitern damals mit Schwächen der Deutsche Bank Trust Corporation bei der Kapitalplanung. Ähnliche Stresstests sind seit der Finanzkrise auch in Deutschland und Europa gängig. Hier ist die Europäische Zentralbank zuständig.

Für den ersten Teil des Tests hat die Federal Reserve die sogenannte Kernkapitalquote errechnet. Sie beschreibt, ob auch riskante Geschäfte durch ausreichend Puffer abgefedert werden können. Dazu wird die Summe des Eigenkapitals, auf das Gläubiger direkt zugreifen könnten, durch die Summe der riskanten Kredite und Wertpapiere geteilt. Der Wert darf nach US-Vorgaben 4,5 Prozent nicht unterschreiten. Die Kernkapitalquote der Deutschen Bank lag mit 12,2 Prozent deutlich darüber.

Die Ergebnisse des zweiten Tests sollen am Donnerstag veröffentlicht werden. Dabei werden unter anderem interne Kontrollen und das Risikomanagement der Banken geprüft. Dieser Test gilt als die schwerere Hürde für die Deutsche Bank.

Große und stark vernetzte Banken wie die Deutsche Bank sind in Krisen besonders gefährdet. Die Deutsche Bank besitzt zudem viele sogenannte Derivate. Sie dienen Unternehmen und Investoren dazu, sich gegen Veränderungen von Preisen abzusichern, vor allem bei Zinsen, aber auch bei Wechselkursen, Rohstoffen oder Aktien. Derivate werden direkt zwischen Banken gehandelt, nicht transparent an der Börse. Ein hoher Derivatebestand gilt daher als besonders riskant.