Die Deutsche Bahn will mit einem Großprojekt bundesweit die Sicherheit an alten Stellwerken verbessern. Wie der Spiegel berichtet, will sie ab Januar 2019 rund 600 von 1.178 sehr alten Stellwerken umrüsten. Priorität legt die Bahn offenbar auf Strecken, auf denen Züge schneller als 40 Stundenkilometer fahren und die besonders stark genutzt werden.

Der Austausch könnte bis zum Jahr 2024 dauern und wird etwa 90 Millionen Euro kosten. Eine Bahnsprecherin bestätigte den Bericht, nannte aber keine Details.

Die alten Stellwerke werden noch immer von Fahrdienstleitern mechanisch mit Händen und Hebeln bedient. Die Kontrolle, ob die gestellten Fahrstrecken tatsächlich frei sind, erfolgt – wie vor 100 Jahren – noch immer per Augenschein. Die Warnanlagen, die nun eingebaut werden sollen, bestehen aus einem Computer, der mit Sensoren im Gleis und an den Schalthebeln verbunden ist. Versucht ein Fahrdienstleiter einen Zug auf ein Gleis zu leiten, das bereits von einem anderen Zug blockiert ist, werden eine Warnsirene und ein blinkendes Warnlicht aktiviert.

Im Bahnhof im bayrischen Aichach war im Mai eine Regionalbahn auf einen stehenden Güterzug geprallt. Der 37 Jahre alte Lokführer des Personenzuges und eine 73 Jahre alte Passagierin starben, 14 Fahrgäste wurden verletzt. Die Kripo geht von menschlichem Versagen des Fahrdienstleiters aus. Auch das Aichacher Stellwerk soll eines der neuen Warnsysteme erhalten.