Wie zuvor schon Pfizer und Novartis hat nun auch der US-Pharmakonzern Merck & Co. angekündigt, auf Preiserhöhungen in den USA zu verzichten und einige Präparate sogar günstiger anbieten zu wollen. Damit reagiert das Unternehmen auf Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Preispolitik der Pharmakonzerne.

Demnach soll das Hepatitis-Medikament Zepatier um 60 Prozent günstiger werden. Bei anderen Produkten will Merck & Co. die Preise um zehn Prozent reduzieren. Zudem soll der durchschnittliche Nettopreis der Medikamente nicht über den jährlichen Anstieg der Inflation hinausgehen. Im vergangenen Jahr seien die Nettopreise des US-Angebots sogar um 1,9 Prozent gefallen.

Bereits Anfang Mai hatte Trump angekündigt, einige Pharmaunternehmen würden schon bald "freiwillige, massive" Preissenkungen bekanntgeben. Vergangene Woche griff er dann den Pharmakonzern Pfizer direkt an. Auf Twitter schrieb er, das Unternehmen solle sich schämen, ohne Grund die Arzneimittelpreise anzuheben. Noch bevor das Unternehmen ein Statement abgegeben hatte, twitterte Trump: "Pfizer nimmt seine Preiserhöhungen zurück, sodass amerikanische Patienten nicht mehr zahlen." Zugleich hoffe er, dass andere Pharmaunternehmen das Gleiche täten.  

Trump reagierte damit auf die Preiserhöhungen, die Pfizer Anfang Juli umgesetzt hatte. Es war bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass das Unternehmen mit einem solchen Schritt reagierte, diesmal bei rund 40 Medikamenten. Darunter war auch der Bestseller des Unternehmens, das gegen Erektionsstörungen eingesetzte Mittel Viagra.

Trump hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, härter gegen die Preispolitik der Pharmafirmen vorgehen zu wollen. Sein Gesundheitsminister Alex Azar, ein ehemaliger Pharmamanager, schrieb vor Kurzem, dass die Preise auf die ein oder andere Weise sinken würden. Offen blieb, ob und inwieweit die US-Regierung Pläne verfolgte, in die Preispolitik der Pharmabranche einzugreifen.  

Die US-Pharmakonzerne stehen bereits seit Längerem in der Kritik. Die Firmen verdienen in den USA überdurchschnittlich gut, weil ihnen bei den Medikamentenpreisen bislang kaum Grenzen gesetzt waren. Insgesamt leidet das US-Gesundheitssystem unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit.

Nachdem die Konzerne auf die Kritik des Präsidenten reagierten, twitterte dieser: "Ein Dankeschön an Novartis, dass sie die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente nicht erhöhen", twitterte der Präsident. Auch bei Pfizer bedankte er sich: "Wir setzen viel daran, die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente zu senken, vielleicht auch substanziell", schrieb Trump.