Ryanair - Streik führt zu 600 Flugausfällen Europaweit streiken Mitarbeiter des Billigfliegers Ryanair für höhere Löhne. Betroffen sind fast 50.000 Kunden, die nach Belgien, Portugal und Spanien reisen wollten. © Foto: Thomas Frey/dpa

Die irische Billigfluglinie Ryanair hat wegen angedrohter Streiks des Kabinenpersonals für kommende Woche 600 Flüge abgesagt. Davon betroffen seien fast 50.000 Kunden, die von und nach Belgien, Portugal und Spanien reisen wollten, teilte das Unternehmen auf Twitter mit.

Das Ryanair-Kabinenpersonal aus ganz Europa will mit dem Streik unter anderem höhere Löhne und Krankengelder durchsetzen. Nach Angaben des Unternehmens erhalten die Flugbegleiter Jahresgehälter bis zu 40.000 Euro. "Der Streik ist völlig ungerechtfertigt und bringt nur die Urlaubspläne von Familien durcheinander", teilte die nach Passagierzahlen größte europäische Fluggesellschaft mit.

Ob deutsche Flughäfen von den Ausfällen betroffen sind, konnte die Fluggesellschaft noch nicht sagen. Betroffene Passagiere würden informiert. Die irischen Piloten der Gesellschaft wollen ebenfalls an diesem Freitag und am kommenden Dienstag streiken.

Ryanair informiert über die gestrichenen Flüge nach eigenen Angaben eine Woche im Voraus, damit die Passagiere noch umbuchen können. Es gebe wenig Hoffnung, dass die Gewerkschaften den Streik noch absagen, sagte Marketing-Chef Kenny Jacobs. Die Passagiere seien per Mail oder SMS benachrichtigt worden, ihnen würden Umbuchungen oder voller Ersatz der Tickets angeboten, teilte Ryanair mit.

Mit den 600 annullierten Flügen ist es der bisher größte Streik in der Geschichte der Airline. Wegen des zweiten von drei geplanten Ausständen der Flugkapitäne streicht Ryanair am Freitag 24 Verbindungen. Den Piloten geht es vor allem um ein transparenteres Lohn-, Beförderungs- und Versetzungssystem. Die Flugbegleiter haben unter anderem darüber geklagt, dass sie während ihrer Arbeit für Getränke an Bord zahlen müssen. Zudem müssen sie nach eigenen Angaben bei Krankheit zunächst zur Arbeit erscheinen, um schriftlich Auskunft über ihre Symptome zu geben.

In Deutschland hat Ryanair die Gewerkschaft ver.di als Verhandlungspartner für das Kabinenpersonal anerkannt. Die Gewerkschaft will nun so schnell wie möglich Tarifverhandlungen aufnehmen. Auch die zweite deutsche Kabinengewerkschaft UFO verhandelt mit Ryanair. Am Freitag steht ein weiterer Termin in Dublin an.