"Aus sicherheitspolitischen Erwägungen" hat die Staatsbank KfW einen 20-Prozent-Anteil am deutschen Stromnetzbetreiber 50Hertz gekauft. Die Bundesregierung habe "ein hohes Interesse am Schutz kritischer Energieinfrastrukturen", teilten das Wirtschafts- und Finanzministerium mit. Medienberichten zufolge hatte sich seit Längerem der staatliche chinesische Stromnetzbetreiber State Grid Corporation of China (SGCC) um den 20-Prozent-Anteil bemüht.

50Hertz betreibt mit rund 1.000 Mitarbeitern das Übertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands. Das Unternehmen begrüßte den Einstieg des Bundes: Er zeige, "wie elementar wichtig das Übertragungsnetz als Teil der kritischen Infrastruktur unseres Landes ist". Das Engagement sei auch ein starkes Bekenntnis der Bundesregierung zur Energiewende.

Wie viel der Bund für den Anteil zahlt, teilten die Ministerien nicht mit. Es handelt sich nach ihren Angaben um eine "Brückenlösung": Der Anteil solle "perspektivisch" weiterverkauft werden.

50Hertz ist zu 80 Prozent im Besitz der belgischen Unternehmensgruppe Elia. Die verbleibenden 20 Prozent gehörten bislang dem australischen Infrastrukturfonds IFM. Elia nutze nun ihr Vorkaufsrecht und verkaufe den Anteil "unverzüglich" an die KfW weiter, erklärte das Unternehmen.

SGCC wollte laut Handelsblatt bereits Anfang des Jahres einen ersten 20-Prozent-Anteil an 50Hertz kaufen. IFM gehörten damals noch 40 Prozent am Unternehmen. Auch auf Drängen der Bundesregierung habe Elia damals entschieden, diesen ersten 20-Prozent-Anteil selbst zu kaufen.