Der US-Technologiekonzern Apple wird als erstes Privatunternehmen der Welt an der Börse mit mehr als einer Billion Dollar bewertet (860 Milliarden Euro). Dessen Aktien stiegen an der New Yorker Wall Street im Verlauf des Tages um rund 2,7 Prozent auf 207,05 Dollar. Bei 207,04 Dollar war die Schwelle von einer Billion erreicht. Wenig später gab die Aktie allerdings ein wenig nach.

2007 hatte bereits das chinesische Ölunternehmen PetroChina vorübergehend einen Wert von einer Billion Dollar erreicht; PetroChina ist allerdings ein Staatskonzern. Dessen Börsenwert ging bald nach Börsenstart wieder nach unten.

Allein diesem Jahr legte die Apple-Aktie bereits um 22 Prozent zu; nun hat Apple einen so hohen Börsenwert wie die 15 größten Dax-Firmen zusammen. SAP kommt dort auf etwa 122 Milliarden Euro und Siemens auf rund 100 Milliarden. 

Insgesamt konnte Apple seit seinem Börsendebüt 1980 seinen Börsenwert um mehr als 50.000 Prozent steigern. Ein Grund für die letzte Kurssteigerung bei Apple ist jüngste Quartalsbilanz mit guten Zahlen. Im September wird mit der Markteinführung neuer iPhones gerechnet, auch das steigerte die Hoffnung der Anleger auf ein weiteres Wachstum. Das Unternehmen kündigte höhere Preise für seine Smartphones an. Bei seiner letzten Entwicklerkonferenz WWDC im Juni stellte Apple zudem das neue iOS 12 vor, ein Update für das zweite große Betriebssystem macOS namens Mojave und Apps, um die Smartphonesucht eindämmen sollen.

Apples derzeitiger Geschäftserfolg liegt vor allem an den stabilen Absatzzahlen der iPhones, die mehr als die Hälfte der Erlöse bringen. Die Verkaufszahlen stagnieren zwar und Apple ist nach Samsung und Huawei nur der drittgrößte Smartphone-Hersteller weltweit; dafür sind iPhones vergleichsweise teuer. Zudem generiert Apple Einnahmen aus App-Verkäufen, dem Musikdienst Apple Music und dem Cloud-Geschäft. Apple versucht seit langem, seine Abhängigkeit von den iPhones zu verringern. Künftig will der Konzern stärker auf Video-Inhalte setzen und noch in diesem Jahr den Bezahldienst Apple Pay nach Deutschland bringen.

Apple wurde 1976 von Steve Jobs und Mitstreitern in einer Garage in den USA gegründet. Sie vertrieben Computer und entwickelten ein eigenes Betriebssystem. Das Unternehmen wuchs, allerdings verdrängte bald darauf das Microsofts Betriebssystem Windows Apple vom Markt. 1997 entkam es knapp dem Bankrott – damals hätte man eine Apple-Aktie für einen Dollar bekommen. Steve Jobs bat sogar Microsoft um Hilfe, der ihm daraufhin 150 Millionen Dollar gab, um zumindest seine Rechnungen bezahlen zu können. Für einige Jahre stieg Jobs dann aus dem Vorstand aus, nach seiner Rückkehr entwickelte das Unternehmen den iPod, das iPhone und das iPad. 2011 übergab Jobs die Apple-Führung aus gesundheitlichen Gründen an Tim Cook, der Apple trotz anfänglicher Skepsis bis heute erfolgreich weiterführt. Der Apple-Gründer starb im Oktober 2011.