Erneut hat Siemens-Chef Joe Kaeser davor gewarnt, dass Rassismus und Nationalismus in Deutschland gesellschaftsfähig werden. In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte Kaeser, zunehmender Rassismus hätte verheerende Folgen für die deutsche Wirtschaft – und auch für das Unternehmen Siemens im Speziellen.

Die Bundesrepublik Deutschland sei wirtschaftlich auf Export und möglichst offene Grenzen angewiesen. Wichtige Unternehmen sind Kaeser zufolge global aufgestellt und beschäftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeder Hautfarbe und Religion. Genauso wolle man Kunden jeder Nationalität ansprechen.

Darum halte er Rassismus für eine sehr gefährliche Tendenz, auch im historischen Kontext: "Es haben damals beim Nationalsozialismus zu viele Menschen geschwiegen, bis es zu spät war. Und das darf uns in Deutschland nicht wieder passieren."

Bereits im Mai hatte Kaeser eine Äußerung der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel kritisiert. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk zeigte sich der Siemens-Chef von der Notwendigkeit überzeugt, rassistische Äußerungen nicht schweigend hinzunehmen. Es gehe dabei nicht allein um humanistische Werte – sondern auch um handfeste geschäftliche Interessen.