Die Royal Bank of Scotland (RBS) zahlt nach Angaben des US-Justizministeriums 4,9 Milliarden Dollar für Fehlverhalten im Vorfeld der Finanzkrise. Das Ministerium und die Bank einigten sich nun endgültig auf eine entsprechende Vergleichszahlung. Das britische Geldhaus hatte die Strafe, die letztlich deutlich günstiger ausgefallen war als von vielen Experten erwartet, bereits im Mai verkündet und im zweiten Quartal in seiner Bilanz verbucht.

Durch den Vergleich wird der Streit um Hypothekengeschäfte zwischen den Jahren 2005 und 2008 beigelegt. Die US-Regierung wirft dem britischen Geldhaus vor, Kunden in den Jahren vor der Finanzkrise in die Irre geführt zu haben. Wie viele Konkurrenten damals auch verkaufte die RBS toxische Wertpapiere, die bei Investoren zu hohen Verlusten führten und mit die Finanzkrise auslösten.

Dem Ministerium zufolge hat die Bank die Anschuldigungen zurückgewiesen und auch kein Fehlverhalten eingeräumt. RBS-Chef Ross McEwan sagte, derart inakzeptables Verhalten, wie es die US-Behörden beschreiben, könne es heute in seiner Bank nicht mehr geben.

Andere Banken kosteten solche Vergehen deutlich mehr – die Deutsche Bank etwa einigte sich Anfang 2017 in einem ähnlichen Fall mit den US-Behörden auf eine Zahlung von insgesamt 7,2 Milliarden Dollar. Die Bank of America schloss im August 2014 einen Rekordvergleich über fast 17 Milliarden Dollar wegen fauler Deals vor der Finanzkrise.

Die RBS kündigte an, seinen Eignern erstmals seit seiner milliardenschweren Rettung durch den Staat 2008 eine Dividende auszuzahlen.