Der Autokonzern Daimler hat sein Geschäft im Iran komplett eingestellt. Das Unternehmen habe bisher nur "eingeschränkte Aktivitäten" in dem Land gehabt, diese würden nun beendet, teilte der Konzern mit. Die USA hatten am Dienstagmorgen neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt.

Daimler hatte 2016 nach dem Ende der Sanktionen angekündigt, im Iran Lkw verkaufen zu wollen. Dafür hatte das Unternehmen ein Abkommen über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit einem iranischen Fahrzeughersteller geschlossen. Daimler wollte im Iran Mercedes-Benz Lkw und Antriebskomponenten bauen. Der Konzern versprach sich gute Geschäfte, weil die iranische Nutzfahrzeugflotte durch die Sanktionen veraltet war. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben seit 1953 mit Lkw und Pkw auf dem iranischen Markt vertreten – nur unterbrochen durch die Sanktionen von 2010 bis 2015.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai einseitig das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt, seit Dienstag sind nun US-Sanktionen wieder in Kraft. Diese Sanktionen haben indirekt auch Wirkung auf Firmen, die nicht ihren Sitz in den USA haben. Denn sie könnten Probleme bekommen, wenn sie sowohl in den USA als auch im Iran aktiv sind. Das machte nun Trump deutlich: "Jeder, der mit dem Iran Geschäfte macht, wird keine Geschäfte mit den Vereinigten Staaten machen", twitterte er.

Die neuen Sanktionen richten sich gegen Irans Zugang zu US-Banknoten, den Automobilsektor, den Luftfahrtbereich und den Export von Metallen, Agrarprodukten und Teppichen. Auch zahlreiche andere europäische Unternehmen haben deshalb ihre Aktivitäten im Iran eingefroren oder ganz eingestellt.