Die EU-Kommission erweitert ihre Kartellermittlungen gegen die deutschen Autokonzerne BMW, Daimler und VW. Eine eingehende Untersuchung solle klären, ob die Unternehmen illegale Absprachen bei der Entwicklung und Einführung von Systemen zur Verringerung von Emissionen getroffen haben, teilte die Behörde mit.

Falls dieser Verdacht zutreffen sollte, "hätten die Hersteller den Verbrauchern die Möglichkeit vorenthalten, umweltfreundlichere Autos zu kaufen, obwohl die entsprechenden Technologien zur Verfügung standen", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Die Kartellvorwürfe waren im Sommer 2017 durch einen Bericht des Spiegels bekannt geworden. Demnach sollen führende deutsche Autohersteller seit den Neunzigerjahren geheime Absprachen getroffen und sich unter anderem über Lieferanten, Abgasfilter und Motoren ausgetauscht haben. Wie das Nachrichtenmagazin berichtete, haben sich 200 Mitarbeiter von Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler immer wieder zu rund 60 verschiedenen Arbeitskreisen getroffen.

Die EU-Kommission hatte eine Voruntersuchung eingeleitet, um den Vorwürfen des "kartellrechtswidrigen Verhaltens" und der Wettbewerbsverzerrung nachzugehen. In diesem Zusammenhang ordnete die Brüsseler Behörde auch Durchsuchungen in Geschäftsräumen der drei Hersteller an.