Die US-Börsenaufsicht SEC hat gegen Tesla-Chef Elon Musk Klage wegen möglichen Wertpapierbetrugs eingereicht. Das gehe aus Gerichtsdokumenten hervor, berichteten US-Medien übereinstimmend. Die Behörde verdächtige den Unternehmer, falsche und irreführende Angaben gegenüber Investoren gemacht zu haben. Die Tesla-Aktie brach daraufhin um fast zehn Prozent ein.

Hintergrund ist ein Tweet aus dem August, in dem Musk überraschend angekündigt hatte, den Elektroautohersteller von der Börse zu nehmen. Dazu wolle er alle verfügbaren Aktien für 420 Dollar pro Stück kaufen. Der Kurs von Tesla war nach der Ankündigung deutlich gestiegen, Investoren, die auf Kursverluste gesetzt hatten, machten dadurch Verluste. Zwei Anleger hatten deshalb bereits im August Klage gegen Musk eingereicht.

Bei Twitter hatte Musk geschrieben, die Finanzierung für den Börsenrückzug sei gesichert. Der Schritt könnte den Druck vom Unternehmen nehmen, regelmäßig Quartalszahlen abzuliefern. Zwei Wochen später kündigte er jedoch an, das Unternehmen doch an der Börse zu belassen. Die Aktionäre hätten ihn von der Entscheidung abgebracht, schrieb Musk.

Zu dem genannten Preis wären 82 Milliarden Dollar nötig gewesen, um die Aktien zurückzukaufen. In einem Blogbeitrag schrieb Musk, der saudische Staatsfonds PIF habe ihm mehrfach angeboten, den Börsenrückzug zu finanzieren. Im Juli hatte PIF rund fünf Prozent der Tesla-Aktien am Markt aufgekauft.

Bereits im August war bekannt geworden, dass die Börsenaufsicht Tesla eine Vorladung geschickt hatte, um mehr Informationen über den möglichen Rückzug zu bekommen. Außerdem wollte die Behörde prüfen, ob Musk versucht hatte, mit der Ankündigung den Aktienpreis zu manipulieren. Laut US-Medienberichten prüft auch das Justizministerium den Fall.