Der Düsseldorfer Mischkonzern Thyssenkrupp will mit einer Aufspaltung seine Krise überwinden. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung am Sonntag vorschlagen, das Unternehmen in zwei Teile zu zerlegen, teilte der Konzern mit. Die Industriegüter- sowie die Werkstoffgeschäfte sollten künftig jeweils als eigenständige, börsennotierte Gesellschaften geführt werden. Die Teilung werde als Abspaltung erfolgen. Abgetrennt werden unter anderem das Aufzugs- und das Autoteilegeschäft.

Thyssenkrupp Industrials soll nach Angaben des Unternehmens aus drei Einheiten bestehen: dem Aufzuggeschäft, dem Automobilzulieferergeschäft und dem Kernanlagenbau. Components Technology soll sich auf das Automobilgeschäft konzentrieren. Die Großwälzlager und das Schmiedegeschäft werden aus dem Bereich ausgegliedert. Neu hinzu kommt der Bereich System Engineering, der unter anderem Produktionsstraßen für Autos baut und heute bei Industrial Solutions angesiedelt ist. Die dritte Säule der Industriegeschäfte wird in Zukunft der fokussierte Kernanlagenbau sein. Thyssenkrupp Industrials wird demnach ein reines Industriegüterunternehmen.

Der andere Teil, Thyssenkrupp Materials, wird laut der Mitteilung aus dem Werkstoffhandel Materials Services bestehen, dem 50-Prozent-Anteil an dem künftigen Stahl-Joint-Venture, den Großwälzlagern, dem Schmiedegeschäft sowie dem Marinegeschäft. Damit entstehe ein Werkstoffkonzern, der die Stahl- und Edelstahlproduktion, den Materialhandel sowie die stahlnahe Weiterverarbeitung vereint. Das Unternehmen werde eine führende Marktposition in Europa einnehmen.

Die beiden Unternehmen sollen vom Umsatz her eine vergleichbare Größe haben: Die Thyssenkrupp Industrials AG würde Hochrechnungen des Konzerns zufolge mit 90.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 16 Milliarden Euro erwirtschaften. Die Thyssenkrupp Materials AG käme mit 40.000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von etwa 18 Milliarden Euro.