Der Volkswagen-Konzern hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres trotz der Einführung neuer Abgastests sowie einer Geldbuße in der Dieselaffäre mehr verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg um 24 Prozent auf knapp 9,4 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz nahm um 2,7 Prozent auf 174,6 Milliarden Euro zu.

Die neuen Standards für Abgastests und eine 800-Millionen-Geldbuße in der Dieselaffäre für die Tochter Audi haben den Konzern im gerade abgelaufenen dritten Geschäftsquartal stark belastet. Volkswagen kam mit der Neuzertifizierung seiner Fahrzeuge nach der sogenannten WLTP-Methode nicht hinterher. Dadurch sank das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern – trotz eines geringfügig höheren Umsatzes – um 18,6 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro.

Analysten hatten im Schnitt allerdings mit noch schlechteren Zahlen für das dritte Quartal gerechnet. Im Gegensatz zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg der Gewinn deutlich: von 1,07 auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Im Herbst 2017 hatte VW noch wegen höherer Diesel-Rückstellungen als geplant einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen.

Die Börse reagierte positiv auf die neuen Zahlen. Der VW-Aktienkurs stieg in Frankfurt im frühen Handel um drei Prozent.

Joint Venture für selbstfahrende E-Autos

Volkswagen bestätigte zudem seine Ziele fürs Gesamtjahr: Die Umsätze sollen um bis zu fünf Prozent über Vorjahr liegen, die Rendite – also der Anteil des Ergebnisses vor Sondereinflüssen am Umsatz – um 6,5 bis 7,5 Prozent steigen.   

Der Abgasskandal hat Volkswagen inzwischen insgesamt 28,2 Milliarden Euro gekostet. Im Vergleich zum Herbst 2017 hat Volkswagen derzeit weniger freies Geld zur Verfügung, um etwa Investitionen zu stemmen. Dennoch sagte Finanzchef Frank Witter, der Konzern verfüge über die "notwendige Finanzkraft, um die erheblichen Zukunftsinvestitionen, die wir für die kommenden Jahre planen, aus eigener Kraft zu finanzieren".

Eines der neuen Projekte ist ein Fahrdienst mit selbstfahrenden Elektroautos, den Volkswagen mit zwei Firmen in Israel entwickeln will. Dazu wollen die Wolfsburger mit Mobileye aus Jerusalem sowie Champion Motors aus dem Großraum Tel Aviv ein Joint Venture gründen. 2022 soll der Service in Betrieb sein, das Projekt braucht nach Angaben der Beteiligten aber noch die Zustimmung der zuständigen Behörden.