Der US-Elektroautohersteller Tesla schreibt erstmals seit zwei Jahren wieder schwarze Zahlen. Dank der anziehenden Produktion des Model 3, dem ersten Mittelklassewagen des Konzerns, stieg das Nettoergebnis im dritten Quartal auf 311,5 Millionen Dollar, wie der Konzern mitteilte. Es sei ein "wahrhaftig historisches Quartal" für Tesla gewesen, schrieb Firmenchef Elon Musk in einem Brief an die Aktionäre, der nach US-Börsenschluss vorgelegt wurde.

Es ist der höchste, aber auch erst der dritte Quartalsgewinn für Tesla seit dem Börsengang 2010. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von rund 619 Millionen Dollar in der Bilanz. Im vorigen Quartal fiel sogar ein Verlust von 718 Millionen Dollar an. Der Umsatz zwischen Juli und September betrug 6,8 Milliarden Dollar, im Jahresvergleich stieg er damit um fast 130 Prozent. Im nachbörslichen Handel legte die Tesla-Aktie nach der Bekanntgabe der Gewinnzahlen zeitweise um 14 Prozent zu.

Mit dem Model 3 bietet Tesla zum ersten Mal ein günstigeres E-Auto für den Massenmarkt an. Das Modell gilt als Hoffnungsträger für den Konzern, die Produktion lief jedoch nur schleppend an. Gleichzeitig gibt es Bedenken, dass die überstürzte Ausweitung der Produktion zu Mängeln führen könnte. Zum Ende des dritten Quartals lag die wöchentliche Produktionsrate aber bereits bei 5.300 Model-3-Fahrzeugen, im gesamten Quartal wurden 56.065 Stück ausgeliefert. Inklusive der teureren Modelle S und X, die schon länger erhältlich sind, lieferte Tesla im ganzen vergangenen Jahr rund 101.000 Fahrzeuge aus.

Noch vor Ende des Jahres will Tesla auch in Europa und China Bestellungen für das Model 3 annehmen. Der Verkauf in Europa soll 2019 beginnen. Außerdem teilte Musk mit, er habe grünes Licht für den Prototyp des neuen Mini-SUV Model Y gegeben, der 2020 in die Produktion gehen soll.

Musk hatte den Gewinn schon vor Monaten in Aussicht gestellt. In der Vergangenheit fiel er jedoch wiederholt mit unrealistischen Fristen und Zielen auf. Im August kündigte er auf Twitter an, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Bald darauf wurde der Plan wieder gekippt. Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelte daher wegen Marktmanipulation gegen Musk, auch Investoren legten Klage ein. Musk musste nach einer Einigung mit dem SEC als Chef des Verwaltungsrats zurücktreten. Er und Tesla mussten jeweils 20 Millionen Dollar zahlen.