Die Billigfluglinie Ryanair zieht mehrere Maschinen aus Deutschland ab: Der Standort Bremen soll Anfang November schließen, wie die irische Gesellschaft ankündigte. Dort waren zwei Flugzeuge stationiert. Im nordrhein-westfälischen Weeze soll die Flotte von fünf auf drei Flugzeuge verkleinert werden.

"Alle betroffenen Kunden wurden benachrichtigt. Der Großteil der Strecken wird fortgeführt", teilte Sprecher Robin Kiely mit. Von Bremen aus sollen ausländische Maschinen die meisten Strecken übernehmen, in Weeze sollen das die drei verbleibenden Flugzeuge machen.

Ver.di berichtete von einem Schreiben an alle Ryanair-Mitarbeiter, in dem als Grund für die Veränderungen auch die Streiks der vergangenen Wochen angeführt wurden. Die Gewerkschaft warf der Airline vor, die Verlegung sei "ein Vergeltungsschlag" für diese Streikaktionen. "Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. An beiden Standorten hätten sich viele Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt.

Streiks und teurer Treibstoff

Die Fluggesellschaft hatte zuvor ihre Geschäftserwartungen um 12 Prozent gesenkt und das etwa mit gestiegenen Treibstoffpreisen begründet. Piloten und Flugbegleiter hatten zudem im September gestreikt, wodurch die Passagierzahl sank und Ryanair Kunden entschädigen musste. Am Freitag waren wegen der Ausstände bei Flugbegleitern und Piloten mindestens 250 Flüge ausgefallen. Die Streiks hätten das Vertrauen der Kunden untergraben, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary.

Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. Laut O’Leary musste der Billigflieger weniger Buchungen für die Herbstferien und die Weihnachtssaison verkraften. Auch die Ticketpreise fielen niedriger aus als gedacht. Die Fluggesellschaft verringert ihre Kapazitäten nun für die Wintersaison um ein Prozent.