Das südkoreanische Unternehmen Samsung hat sich bei seinen Werksarbeiterinnen und -arbeitern für Krankheits- und Todesfälle entschuldigt. Es sei versäumt worden, eine sichere Arbeitsumgebung in bestimmten Fabriken zu schaffen, hieß es in einer Mitteilung. Der Konzern sei mit "Gesundheitsgefahren nicht hinreichend umgegangen", sagte Kinam Kim, Präsident der Geräteabteilung von Samsung Electronics, auf einer Pressekonferenz in Seoul. Vor Ort waren auch Aktivisten und Verwandte betroffener Arbeiter.

In der Vergangenheit waren Dutzende Angestellte an Fertigungsstraßen für Halbleiter- und Flüssigkristallbildschirme an Leukämie erkrankt, bei anderen wurden Hirntumore diagnostiziert. Bei der Fertigung kommen große Mengen an Chemikalien zum Einsatz.

Ein erster Fall wurde 2007 publik: Damals lehnte der Taxifahrer Hwang Sang Gi einen Vergleich ab, den Samsung seiner Familie nach dem Leukämietod seiner 23-jährigen Tochter angeboten hatte. Sie hatte in einer Fabrik des Konzerns gearbeitet.

Bis zu 116.000 Euro Entschädigung

Hwang wollte den Tod seiner Tochter aufklären. Seine Bemühungen begründeten eine breite Bewegung von Mitarbeiterinnen und deren Angehörigen. Deren Ziel war es, das Unternehmen und Behörden für Sicherheitslücken in der Chip- und Displayproduktion zur Rechenschaft zu ziehen. Bis heute erkrankten laut Aktivsten rund 240 Menschen wegen ihrer Arbeit in Samsung-Fabriken. Etwa 80 von ihnen starben.

Vor Wochen hatten sich der Tech-Riese und eine Arbeitnehmervertretung auf Betreiben eines Schlichters auf Konditionen einer Entschädigung geeinigt. Der Konzern wird Betroffenen bis zu 116.000 Euro pro Fall zahlen. Abgedeckt werden 16 Krebsarten und andere Krankheiten.

Mit den Zahlungen und der Entschuldigung des Konzerns ist der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernde Streit beendet.