In den zunehmend vernetzten Pkw verwenden die Autobauer auch Patente von Chipherstellern wie Broadcom. Dieser fordert jetzt von Volkswagen wegen mutmaßlicher Patentverletzung eine Milliarde Dollar, wie der Spiegel berichtet. Andernfalls wolle der US-amerikanische Zulieferer die Produktion mehrerer Varianten der VW-Modelle Golf, Passat, Touran und Tiguan sowie diverser Modelle von Audi und Porsche gerichtlich stoppen lassen.

Der Halbleiterproduzent hat laut dem Magazin in München und Mannheim Patentklage gegen den Volkswagen-Konzern eingereicht. Dabei geht es um 18 Patente des US-Konzerns, die VW in Navigations- und Entertainmentsystemen von mehreren Automodellen nutzt. Ein VW-Sprecher bestätigte dem Spiegel, dass Broadcom Klagen im Zusammenhang mit patentrechtlichen Fragen eingereicht hat. Zum laufenden Verfahren wollte er sich aber nicht äußern.

In den USA geht Broadcom auch gegen Toyota und Panasonic vor. Dort hatte der Chipkonzern schon im Mai eine Patentklage gegen die beiden Unternehmen eingereicht.

Wie der Spiegel weiterschreibt, stehen die betroffenen Autohersteller unter hohem Druck, sich mit dem Chipkonzern zu einigen, bevor die Gerichte entscheiden. Diese könnten den Einsatz der entsprechenden Halbleiter vorläufig untersagen und damit die Automobilproduktion zum Erliegen bringen. Die Autoindustrie beklagt schon seit Längerem, dass Patentverwerter die Rechtsanlage ausnutzen würden, um überhöhte Lizenzgebühren zu verlangen.