Das Bundeskartellamt hat die Fusion der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof genehmigt. Das teilte die Wettbewerbsbehörde in Bonn mit.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte: "Wir haben das Vorhaben intensiv geprüft. Weder aus der Perspektive der Verbraucher noch aus Sicht der Hersteller und Lieferanten gab es durchschlagende wettbewerbliche Bedenken." Karstadt und Kaufhof hätten nicht nur viele Konkurrenten im stationären Geschäft. Auch der Onlinehandel sorge für zusätzlichen Wettbewerbsdruck. Selbst bei isolierter Betrachtung hätten Karstadt und Kaufhof nur in einzelnen Warengruppen – etwa in dem Bereich Sport – einen Marktanteil von mehr als 25 Prozent. 

Das gemeinschaftliche Unternehmen wird europaweit 243 Standorte haben und etwa 32.000 Mitarbeiter beschäftigen. Unter dem Dach der neuen Holding werden nicht nur die deutschen Kaufhof- und Karstadt-Filialen vereint, sondern auch die Karstadt-Sporthäuser, die europäischen Filialen der Outlet-Kette Saks Off 5th, die Galeria-Inno-Kaufhäuser in Belgien, die erst kürzlich gegründeten Hudson's-Bay-Warenhäuser in den Niederlanden sowie eine Reihe von Internetanbietern. 

Österreichischer Karstadt-Eigentümer behält Mehrheit

Die Eigentümer von Karstadt und Kaufhof hatten am 11. September mitgeteilt, die beiden Warenhausketten zusammenzuschließen. Mit 50,01 Prozent der Anteile liegt die Mehrheit am neuen Unternehmen künftig bei der Signa, der österreichischen Holding des Karstadt-Eigentümers René Benko. Das kanadische Handelsunternehmen HBC soll 49,99 Prozent halten.

Karstadt und Kaufhof erhoffen sich durch ein Gemeinschaftsunternehmen Einsparungen. Als Grund für die Fusion gilt auch der zunehmende Wettbewerb durch den Onlinehandel (für Abonnenten).

Welche Folgen die Fusion für die Beschäftigten und die Kommunen haben wird, ist derzeit noch unklar. Besonders die Angestellten von Kaufhof befürchten einen massiven Stellenabbau. Zu möglichen Filialschließungen machten Karstadt und Kaufhof bisher keine Angaben.