Die Kartoffelpreise in Deutschland sind wegen Ernteeinbußen durch die Dürre im vergangenen Sommer um die Hälfte gestiegen. Kunden müssen im Supermarkt derzeit 84 Cent pro Kilogramm für Kartoffeln zahlen – vor einem Jahr waren es nur 55 Cent, berichtete Christoph Hambloch, Analyst des Agrarmarkt-Informationsdienstes (AMI). Noch teurer könnten die Knollen im Frühjahr werden.

In den Supermärkten werde es deshalb nun ein größeres Angebot an Kartoffeln geben, die optisch nicht ganz optimal sind und in Jahren mit besserer Ernte von den Betrieben aussortiert worden wären. So fänden sich mehr Knollen mit dunklen Flecken oder schwarzen Knötchen in den Regalen. Dabei handele es sich jedoch ausschließlich um rein optische Mängel, die keinen Einfluss auf den Verzehr der Kartoffeln hätten, sagte Hambloch.

Obwohl in diesem Jahr etwa 1,5 bis 2,0 Millionen Tonnen weniger Speisekartoffeln in Deutschland geerntet wurden, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher keine Versorgungsengpässe befürchten. Denn weil die Ernte im vergangenen Jahr sehr gut ausfiel, könnten viele Betriebe noch auf Überschüsse zurückgreifen. Hinzu käme, dass weniger Kartoffeln exportiert und mehr importiert werden – besonders im kommenden Jahr werden viele früh reifende Kartoffeln erwartet.

Kartoffelbäuerinnen, die trotz der Dürre eine gute Ernte gehabt hätten, könnten derzeit von deutlich höheren Preisen profitieren. So hätten sich die Preise, die Landwirte für Kartoffeln verlangen, von 10 Euro je 100 Kilogramm auf 25 bis 26 Euro weit mehr als verdoppelt.

Probleme könnten jedoch die Bauern bekommen, die ihre Ernte bereits vorab zu festen Preisen vermarktet hätten, sagte Hambloch. Auch bei Betrieben, die die Knollen weiterverarbeiten, wie Schälbetriebe, sei die Situation vor allem im Osten Deutschlands momentan schwer.