Der in Deutschland wenig bekannte US-Hedgefonds Hudson Executive wird einer der größten Aktionäre der Deutschen Bank. Hudson-Chef Douglas Braunstein sagte dem Wall Street Journal, er halte inzwischen 3,1 Prozent an der größten deutschen Bank. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing begrüßte den Schritt. "Doug Braunstein und Hudson Executive haben große Erfahrung mit Finanzdienstleistungsunternehmen", sagte er. Man schätze das Vertrauen in das Management der Bank und in die eigene Strategie.

Mit dem Anteil, den Braunstein in den vergangenen Monaten nach dem Kursverfall der Deutsche-Bank-Aktie aufgebaut hat, wird Hudson zu einem der größten Anteilseigner des Frankfurter Geldinstituts. Topaktionäre sind weiterhin das Emirat Katar mit 6 Prozent, der US-Vermögensverwalter BlackRock mit 5,3 Prozent und der chinesische Mischkonzern HNA mit 7,6 Prozent. Letzterer will seine Beteiligung allerdings mittelfristig abbauen. Unter den größten Aktionären befindet sich zudem der US-Finanzinvestor Cerberus mit einem Anteil von drei Prozent.

Braunstein, ehemals Finanzchef der US-Großbank J.P. Morgan, sagte der Zeitung, aus seiner Sicht sei die Deutsche Bank "missverstanden und unterbewertet". Er beschäftigt sich nach eigenen Worten bereits seit 2017 mit einem möglichen Engagement bei dem Institut.

Gegen Fusion mit Commerzbank

Die Bank hatte Ende Oktober zum ersten Mal seit 2014 für das Gesamtjahr wieder einen Gewinn in Aussicht gestellt. Konzernchef Sewing hatte im April den Briten John Cryan abgelöst und dem Institut eine Neuaufstellung verordnet, die den Abbau Tausender Stellen, den teilweisen Rückzug aus den USA und aus dem Aktienhandel vorsieht. Zudem hat Sewing den Sparkurs seines Vorgängers verstärkt.

Braunstein lobte Sewing mit deutlichen Worten: "Wir hätten dieses Investment nicht gemacht, wenn wir nicht denken würden, dass er der Richtige für diesen Job ist." Einem potenziellen Zusammenschluss der Deutschen Bank mit der Commerzbank steht der Hedgefondsmanager eher reserviert gegenüber. Die Deutsche Bank habe genügend "eigene Kraft", um ohne eine solche Fusion auszukommen. Er selbst sei nicht bei der Commerzbank engagiert.

Hudson Executive Capital aus New York wurde 2015 gegründet und bezeichnet sich selbst als aktiven und konstruktiven Investor. Der Fonds verwaltet etwa 1,4 Milliarden Dollar. Der jetzt erworbene Anteil an der Deutschen Bank beträgt etwa 620 Millionen Dollar. Die im deutschen Leitindex Dax gelistete Aktie des Instituts lag am Donnerstagmittag 2,25 Prozent im Plus.