Der Kurznachrichtendienst Twitter hat mehr als 10.000 gefälschte Accounts gelöscht, in denen zum Boykott der bevorstehenden Kongresswahl in den USA aufgerufen wurde. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, dass die Konten bereits Ende September und Anfang Oktober gelöscht worden seien.

Die entsprechenden Accounts hätten fälschlicherweise den Eindruck vermittelt, von den US-Demokraten eingerichtet worden zu sein. Wie das Onlinemagazin TechCrunchschreibt, richteten sich die Nachrichten der Profile an die wichtigen Wählergruppen und ermutigten diese, am Wahltag zu Hause zu bleiben. Es waren Mitglieder des Democratic Congressional Campaign Committee, Wahlhelfer der demokratischen Partei, die den Kurznachrichtendienst auf die Profile aufmerksam gemacht haben.

"Wir haben eine Reihe Accounts entfernt, weil sie versucht haben, Desinformation in automatisierter Weise zu teilen – eine Verletzung unserer Leitlinien", teilte ein Twitter-Sprecher dem Onlinemagazin mit. "Wir haben das schnell gestoppt." Allerdings habe das Unternehmen keine Beispiele für Accounts angegeben, die entfernt wurden, berichtete das Portal.        

Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatte Twitter Millionen von Accounts geschlossen, über die Falschinformationen in Bezug auf die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verbreitet worden waren. Anfang dieses Jahres mussten mehrere Millionen Profile gelöscht werden, die vermeintlich terroristische Nachrichten verbreiteten.

Twitter versucht schon länger, hart gegen gefälschte Profile vorzugehen, über die unter anderem Spam und politische Propaganda verbreitet werden. "Wir haben neue Mittel eingeführt, um problematisches Verhalten zu adressieren, das die öffentliche Konversation verzerrt", hatte Twitter-Chef Jack Dorsey im Sommer erklärt.

Auf Twitter sind den neuesten Unternehmenszahlen zufolge weltweit monatlich 335 Millionen Nutzerinnen und Nutzer aktiv.