Die Paketdienste Hermes und DPD erhöhen ihre Preise. Hermes, hinter DHL der zweitgrößte Anbieter in Deutschland, will die Zustellung an der Haustür verteuern. "Wir werden die Preise stärker differenzieren. Das heißt unter anderem auch, dass die Haustürzustellung teurer werden wird", kündigte der Hermes-Deutschland-Chef Olaf Schabirosky im Hamburger Abendblatt an.

Nachdem Hermes die Preise für Pakete bereits im Frühjahr um durchschnittlich 4,5 Prozent erhöht hatte, werde es im kommenden Jahr eine weitere Anhebung in ähnlicher Höhe geben, sagte Schabirosky. "Insgesamt wollen wir den Preis für ein Paket um 50 Cent erhöhen. Das geht aber nur in mehreren Schritten." Ziel sei es, mit den Mehreinnahmen die Zustellerinnen und Zusteller besser bezahlen zu können. "Aktuell haben wir einen Mindestlohn von 9,50 Euro ausgerufen. In etwa vier Jahren kommen wir bei 12 Euro an", sagte Schabirosky.

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab Januar 2019 von derzeit 8,84 Euro pro Stunde auf 9,19 Euro. Im Jahr darauf wird es eine weitere Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf dann 9,35 Euro pro Stunde geben.

Auch der Paketdienst DPD kündigte eine Preiserhöhung zum Jahreswechsel an – um 6,5 Prozent. "Auch in den kommenden Jahren werden kontinuierliche Preisanpassungen unvermeidbar sein", hieß es in einer Stellungnahme.

DHL-Preise sollen stabil bleiben

Stabil sollen die Kosten für die Zustellung hingegen beim Marktführer DHL bleiben. "Wir zahlen am besten, etwa 98 Prozent der Pakete werden von eigenen Leuten zugestellt, die Tarifverträge besitzen", sagte ein Firmensprecher. Die Bezahlung bei DHL liege deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn.

Die Gewerkschaft ver.di hatte erst im November eine "katastrophale Beschäftigtensituation in der Paketbranche" beklagt. Nur die Deutsche Post und die zum Konzern gehörenden regionalen Töchter DHL Delivery sowie UPS würden mit fest angestellten Zustellerinnen und Zustellern arbeiten, die nach Tarif bezahlt würden. "Bei den anderen drei großen Paketdiensten DPD, Hermes und GLS wird in der Zustellung ausschließlich mit Subunternehmen gearbeitet", so ver.di. "Dort sind die Arbeitsbedingungen vielfach prekär."