Seit Monaten streiten sich Kaufland und der Konsumgüterkonzern Unilever um Preiserhöhungen. Jetzt hat Kaufland entschieden, die Produkte des britisch-niederländischen Konzerns in all seinen 660 Filialen in Deutschland aus dem Sortiment zu nehmen. Zum Jahresende werde die wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehörende Supermarktkette die Jahrzehnte lange Geschäftsbeziehung zu Unilever beenden, teilte Kaufland mit.

"Die gegenüber Kaufland geforderten Preiserhöhungen und einseitigen Veränderungen der Geschäftsbedingungen hätten zu erheblichen Erhöhungen der Verkaufspreise geführt, die über marktübliche Preise hinausgegangen wären", begründete Kaufland die Entscheidung. Betroffen seien bei Kaufland in Deutschland die Marken Knorr, Mondamin, Pfanni, Bertolli, Unox, Lipton, Ben & Jerry’s, Langnese, Magnum, Coral, Viss, Domestos, Dove, Rexona, Duschdas, Signal sowie Axe. Ausgewählte Eisprodukte von Magnum, Cremissimo und Viennetta sind weiterhin erhältlich.

Die Forderungen von Unilever seien nicht zu akzeptieren, daher habe Kaufland konsequent reagieren müssen, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Der Konzern nutze seine "herausragende Marktposition, um Einfluss auf den Einzelhändler zu nehmen und die eigenen Erträge noch weiter zu optimieren". Um der starken Position Unilevers gegenüberzutreten, habe Kaufland auch in Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Polen, Rumänien und Bulgarien mehrere Marken des Konzerns aus dem Sortiment genommen. Kaufland ist international tätig und beschäftigt mit insgesamt mehr als 1.270 Filialen rund 140.000 Mitarbeiter in sieben Ländern.

Auch Edeka hatte sich mit dem Unilever-Rivalen Nestlé einen monatelangen Kampf um die Einkaufspreise geliefert, in dessen Verlauf der Einkaufsverbund die Konzernprodukte boykottierte. Nach mehr als acht Monaten einigten sich die Unternehmen schließlich.