Apple hat erstmals seit Erfindung des iPhones seine Umsatzprognose verfehlt. Das Weihnachtsgeschäft des amerikanischen Unternehmens lief schlechter als erwartet. Für die drei Monate bis zum 29. Dezember 2018 rechne Apple nur noch mit einem Umsatz von 84 Milliarden US-Dollar, hieß es in einem Brief des Apple-Chefs Tim Cook an die Anlegerinnen und Anleger. Zuvor hatte Apple 89 bis 93 Milliarden US-Dollar erwartet.

Der Konzernchef führte die Prognose vor allem auf die schlechteren iPhone-Verkäufe in China zurück. "Wir haben die Stärke der wirtschaftlichen Abwärtsbewegung unterschätzt, vor allem in China", schrieb Tim Cook. Im Handelsstreit, in dem sich die USA und China mit Zöllen für verschiedene Güter überboten, seien Apple-Produkte zwar nicht das Ziel der chinesischen Regierung gewesen, sagte Cook in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC. Vielleicht hätten sich einige chinesische Konsumenten aber dennoch bewusst gegen den Kauf eines Produktes eines US-Unternehmens entschieden.

Auch in einigen anderen Märkten seien nicht so viele Nutzerinnen auf neue iPhones umgestiegen wie gedacht, räumte Apple ein. Konkrete Länder nannte der Tech-Konzern nicht. Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt und brachte zuletzt rund 60 Prozent der gesamten Erlöse ein. Das Weihnachtsquartal gilt traditionell als das wichtigste für das Unternehmen. Nach Bekanntgabe der Prognose verlor die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise rund sieben Prozent. Ausführliche Zahlen zum Weihnachtsquartal will Apple am 29. Januar 2019 veröffentlichen.

Nach Ansicht von Experten sind die Probleme des Unternehmens in China teilweise hausgemacht. Trotz der Anzeichen, dass sich die chinesische Konjunktur abschwächt, hielt der Konzern an seiner Preisstrategie fest und setzte auf teure Geräte. Der starke Dollar trieb die Preise für die Smartphones und Tablets des US-Konzerns in China weiter in die Höhe.

Apple hatte bereits Anfang November die Erwartungen in hohe Umsätze gedämpft. Damals befürchtete Tim Cook, dass Produktionsprobleme im Weihnachtsgeschäft für Engpässe sorgen könnten. Möglicherweise werde das Unternehmen bei der Herstellung neuer iPhones, iPads und anderer Geräte mit der Nachfrage nicht mithalten können.