Der in Japan inhaftierte Manager Carlos Ghosn tritt als Chef von Renault zurück. Der Autokonzern habe ein Rücktrittsschreiben von Ghosn erhalten, sagte der französische Finanzminister Bruno Le Maire am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos. Demnach will der Verwaltungsrat noch am Donnerstag über eine Nachfolge Ghosns entscheiden.

Bei Renault soll es künftig eine Doppelspitze geben. Die Geschäfte soll Ghosns bisheriger Stellvertreter Thierry Bolloré führen; den Verwaltungsrat soll der derzeitige Chef des Reifenherstellers Michelin, Jean-Dominique Senard, leiten. Le Maire hatte zuvor bereits mehrfach eine schnelle Nachfolge für Ghosn gefordert. Der französische Staat ist Großaktionär bei Renault, er hält 15 Prozent der Anteile.

Ghosn war am 19. November in Tokio wegen Verstoßes gegen japanische Börsenauflagen festgenommen und später angeklagt worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Vor Gericht hatte der Topmanager seine Unschuld beteuert. Bis zu einem Prozess könnten noch Monate vergehen.

Seit Ghosn festgenommen wurde, steht die Autoallianz von Renault, Nissan und Mitsubishi vor großen Problemen. Der Manager war die treibende Kraft hinter dem Bündnis. Bei Nissan und Mitsubishi war Ghosn wegen des Finanzskandals bereits zuvor seiner Ämter enthoben worden.