Flugverkehr - Sicherheitspersonal streikt für mehr Lohn An den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart finden ganztägige Streiks des Sicherheitspersonals statt. Passagiere müssen mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. © Foto: Oliver Berg/dpa

Reisende haben wegen eines ganztägigen Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den deutschen Flughäfen erhebliche Beeinträchtigungen hinnehmen müssen. An den Airports Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn fiel mehr als die Hälfte der Flüge aus. Insgesamt wurden bis zum Morgen 643 von 1.054 Verbindungen gestrichen, allein in Düsseldorf fielen 370 von 580 Flügen aus. Bei normalem Betrieb wäre mit rund 115.000 Passagieren an den drei Flughäfen zu rechnen gewesen. 

Bereits kurz nach Mitternacht habe der Warnstreik am Flughafen Köln/Bonn zu einem Chaos an den Kontrollen geführt, durch die normalerweise Fracht auf das Flughafengelände gebracht wird, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di. Es habe Rückstaus bis zur Autobahn gegeben. Im Gegensatz zu anderen Flughäfen gibt es in Köln/Bonn kein Nachtflugverbot. Nachts ist der Airport besonders als Drehkreuz für die Frachtflieger von DHL, UPS und FedEx wichtig. Auch sie betrifft der Warnstreik.

Die Lage sei aber insgesamt recht entspannt, da die Airlines bereits im Vorfeld Flüge abgesagt und ihre Passagiere informiert hätten, erklärten die Flughafenbetreiber. Es müsse allerdings im ganzen Tagesverlauf mit weiteren Beeinträchtigungen gerechnet werden. Die Lufthansa-Tochter Eurowings hatte einen Sonderflugplan angekündigt.

Bereits am Montag hatte ein vierstündiger Warnstreik des Sicherheitspersonals den Flugverkehr an den Berliner Airports Tegel und Schönefeld vorübergehend lahmgelegt. Die Streikbereitschaft der Mitarbeiter sei enorm hoch, sagte der ver.di- Sprecher. 

Ver.di fordert einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde

Die Gewerkschaft will mit den Warnstreiks im Tarifstreit um Lohnerhöhungen für die Wachleute den Druck erhöhen. Sie begründete den erneuten Streikaufruf damit, dass die Arbeitgeber noch kein verhandlungsfähiges Angebot für die rund 23.000 Beschäftigten vorgelegt hätten.

Ver.di fordert für die Kontrolleure von Passagieren, Fracht, Waren und Flughafenbeschäftigten eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde. Das wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich. Bisher variiert die Bezahlung je nach Region und Tätigkeit. Die Arbeitgeber bieten nach eigener Darstellung bis zu 6,4 Prozent mehr Bezahlung. Für ver.di ist das zu wenig, nach Berechnung der Gewerkschaft wären das nur etwa zwei Prozent mehr für den Großteil der Beschäftigten.