Der scheidende Airbus-Konzernchef Tom Enders bedauert das Aus für den Airbus A380. Die Entscheidung sei schmerzhaft, man habe viel Mühe, Geld und Schweiß in den weltweit größten Passagierjet gesteckt, sagte Enders. "Aber im Geschäft dürfen wir unsere Entscheidung nicht auf Basis von Gefühlen oder Wünschen treffen, sondern basierend auf Fakten." Man wolle zukünftig die Flotte weiter unterstützen – insofern sei es auch nicht das Ende des Programms. Grund für das Auslaufen der Produktion sei der Auftragsmangel. Zuvor hatte die größte Kundin des A380, die arabische Fluggesellschaft Emirates, ihre Bestellung um 39 Maschinen reduziert.

"Es ist schade um den schönen Flieger. Aber die Entscheidung des Vorstandes ist nachvollziehbar, da sich die A380 nicht verkauft", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. Durch den Hochlauf in anderen Programmen habe Airbus weiterhin gut zu tun.

Nun gehe es darum, den Wechsel für die vom A380-Aus betroffenen Beschäftigten zu regeln. Betriebsbedingte Kündigungen sind durch den Zukunftstarifvertrag bis zum Ende des nächsten Jahres ausgeschlossen. "Diese Regelung wollen wir ausbauen und die Beschäftigung langfristig sichern", sagte der Gewerkschafter.

Airbus - Aus für den A380 Die arabische Fluggesellschaft Emirates hat ihre Bestellung des Passagierjets A380 reduziert. Damit besteht laut Airbus keine Produktionsgrundlage mehr. © Foto: REUTERS/Christian Charisius

"Das Schlimmste haben die Mitarbeiter schon hinter sich"

Eine Airbus-Sprecherin sagte, neue Aufträge für kleinere Flugzeuge würden eine Vielzahl von internen Mobilitätsmöglichkeiten bieten. Das Schlimmste hätten die Mitarbeiter schon hinter sich. Die zu erwartenden Auswirkungen würden voraussichtlich geringer sein als die bereits erreichten Anpassungen im A380-Programm während der letzten Jahre.

"Wir analysieren die Situation jedes Landes, um lokale Lösungen zu erarbeiten und diese mit unseren Arbeitnehmervertretern in den kommenden Monaten schrittweise umzusetzen", so die Sprecherin weiter. In Deutschland sind die Standorte Hamburg, Bremen, Stade und Buxtehude an der Produktion der A380 beteiligt. Dazu kommen aber noch einige Zulieferfirmen.

Viele Beschäftigten könnten nun in die Produktion für den kleineren, aber bei den Fluggesellschaften beliebteren A320 wechseln. Zudem biete der Auftrag von Emirates für 40 A330neo und 30 A350 neue Wechselmöglichkeiten.