Nach der verheerenden Schlammlawine an einem Staudamm des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale im Januar hat das Unternehmen die Umgebung eines weiteren Damms aus Sicherheitsgründen evakuiert. Betroffen sind rund 200 Menschen. Man habe sich nach Untersuchungen von Spezialisten dazu entschieden, teilte Vale am Samstag mit. Der Staudamm befindet sich in der Eisenerzmine Mar Azul in Nova Lima im Bundesstaat Minas Gerais.

Im selben Bundesstaat waren nach einem Dammbruch an einer Vale-Eisenerzmine nahe des Ortes Brumadinho Ende Januar Hunderte Menschen von einer Schlammlawine begraben worden. Bislang wurden 166 Leichen geborgen, für 147 Vermisste gibt es keine Hoffnung mehr.

Die brasilianische Polizei ermittelt weiterhin, wer für die Katastrophe im Januar verantwortlich ist. Neben Vale-Mitarbeitern waren zwei Angestellte des deutschen TÜV Süd festgenommen worden; das deutsche Unternehmen hatte im September 2018 die Sicherheit des Staudamms überprüft.

Im November 2015 waren bei einem weiteren Dammbruch in einer Vale-Mine 19 Menschen getötet worden, Millionen Kubikliter Klärschlamm lösten die wohl schlimmste Umweltkatastrophe in der Geschichte Brasiliens aus. Damals hatten rund 50 Millionen Tonnen Schlamm Tausende Hektar fruchtbaren Bodens und ein ganzes Dorf unter sich bedeckt.