Die Elsflether Werft, in der das Schulschiff der deutschen Marine Gorch Fock derzeit repariert wird, ist zahlungsunfähig. Der neue Vorstandschef Axel Birk kündigte an, das Unternehmen werde einen Insolvenzantrag stellen. Ziel sei ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Zuerst hatte die ARD darüber berichtet.

Laut des ARD-Berichts hat die Werft Außenstände in zweistelliger Millionenhöhe. Mehrere Subunternehmer haben demnach seit mehreren Monaten von dem Unternehmen kein Geld mehr erhalten. In der Werft im niedersächsischen Landkreis Wesermarsch wollte man sich nicht offiziell zu dem Bericht äußern.

Die Gorch Fock liegt seit 2016 in der Elsflether Werft und wird generalüberholt. Die Kosten der Sanierung sind dabei immer weiter gestiegen und haben auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Erklärungsnot gebracht. Im Dezember ordnete die Marine einen Zahlungsstopp an. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden nach Angaben des Ministeriums rund 69,5 Millionen Euro in die Restaurierung des Ausbildungsschiffs investiert. Die Gesamtkosten werden inzwischen auf 135 Millionen Euro beziffert.

Wie die ARD berichtet, will das Verteidigungsministerium in den kommenden Wochen entscheiden, ob und wie die Sanierung der Gorch Fock weitergeführt wird. An diesem Mittwoch wird die Zukunft des Segelschulschiffs der Marine auch Thema im Haushalts- und Verteidigungsausschuss sein.  

Der Linken-Abgeordnete Matthias Höhn nannte die Vorgänge rund um den Dreimaster im Gespräch mit der Rheinischen Post eine "Posse und Politikversagen zugleich". Für ihn sei es unglaublich, dass die Werft immer wieder beauftragt wurde, obwohl ihre Reparaturen immer deutlich teurer geworden seien. Höhn zufolge hatten sich für den aktuellen Sanierungsauftrag vier weitere Werften beworben, die nach Auskunft des Ministeriums alle fähig gewesen seien, die Instandhaltung durchzuführen.