Der Autohersteller Honda plant, bis zum Jahr 2022 die Produktion in Swindon, im Süden Englands, einzustellen. Das berichteten die britischen Sender Sky News und BBC. Von der Werksschließung wären demnach rund 3.500 Beschäftigte betroffen.

Honda kommentierte die Berichte zunächst nicht. "Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten sehr ernst und kommunizieren alle wichtigen Neuigkeiten zunächst ihnen gegenüber", hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Die Gewerkschaft Unite, die Angestellte der Fabrik in Swindon vertritt, kündigte an, sich mit den Plänen der Firma zu befassen.

Justin Tomlinson, der konservative Unterhausabgeordnete der Region Swindon, schrieb auf Twitter, Honda habe bei einer Unterredung klargemacht, dass die Entscheidung "auf globalen Trends und nicht dem Brexit" beruhe. Die gesamte Produktion des europäischen Marktes werde 2021 in Japan zusammengeführt werden. Bis dahin sei jedoch kein Arbeitsplatzverlust zu erwarten. In Swindon fertigt Honda das Modell Civic. Der Standort ist Hondas einzige Produktionsstätte in der EU. Sky News zufolge will das Unternehmen an seinem europäischen Hauptsitz im nahegelegenen Bracknell festhalten.

Der für Ende März geplante Brexit sorgt in der Wirtschaft für große Verunsicherung. Nach wie vor ist unklar, wie der Austritt aus der Europäischen Union erfolgen wird. Britische Unternehmen haben wiederholt vor den Folgen eines ungeregelten Brexits gewarnt.

So hatte zum Beispiel der japanische Autobauer Nissan Anfang Februar Pläne für die Fertigung seines SUV X-Trail im nordenglischen Sunderland zurückgezogen. Als Grund gab der Konzern auch Unsicherheiten wegen des Brexits an. Zuvor hatte der europäische Flugzeug- und Rüstungskonzern Airbus angekündigt, bei einem britischen EU-Austritt ohne Abkommen sehr schmerzhafte Entscheidungen treffen zu müssen. Auch der japanische Elektronikhersteller Sony will seinen Europasitz aus Sorge vor den Konsequenzen eines harten Brexits von Großbritannien in die Niederlande verlegen.