Der Flugzeughersteller Airbus hat laut Medienberichten Hunderte Millionen Euro aus einem Staatskredit für die Entwicklung des Großraumfliegers A380 noch nicht zurückgezahlt. Von dem Darlehen in Höhe von 942 Millionen Euro habe der Bund mehr als 600 Millionen noch nicht zurückerhalten, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das gehe aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor.

Der Staat könnte auf der restlichen Summe sitzen bleiben, denn die Rückzahlungen seien an die Auslieferungen der Flieger gekoppelt. Airbus will bis 2021 nur noch 17 Exemplare des A380 bauen und ausliefern, bevor das Unternehmen die Produktion einstellt. "Die Bundesregierung wird die Auswirkungen des Produktionsstopps jetzt analysieren und dann mit dem Unternehmen erörtern, sodass derzeit keine Aussage über etwaige Rückforderungsansprüche getätigt werden kann", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum in seiner Antwort an die FDP.

Airbus vertritt den Standpunkt, dass die Regierungen das Risiko des Projekts mitgetragen hätten. Deshalb müsse das Unternehmen nach dem Ende der Herstellung die Kredite nicht mehr bedienen. Ein Airbus-Sprecher sagte dem Handelsblatt, man habe für jede verkaufte Maschine anteilig die Risikobeteiligung erstattet. Die restliche Summe sei durch die Einstellung der Produktion ab 2021 hinfällig, da das Risiko sich realisiert habe.

Airbus hatte Mitte Februar angekündigt, die A380-Produktion bis 2021 zu beenden. Grund sei die schlechte Auftragslage. Zuvor hatte die arabische Fluggesellschaft Emirates, der größte A380-Kunde, Bestellungen reduziert.

Auch Frankreich, Spanien und Großbritannien hatten dem Unternehmen Staatskredite für Flugzeugentwicklungen gewährt. Die USA hatten der EU wegen der Unterstützung für Airbus Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen, die Welthandelsorganisation stufte die Subventionen als illegal ein. Die EU verklagte ihrerseits die USA wegen milliardenschwerer Steuererleichterungen für den US-Flugzeughersteller Boeing.