Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat den Vorstand des Konzerns beauftragt, verschiedene Möglichkeiten für den Verkauf der Auslandstochter Arriva zu prüfen. Ausgelotet werden soll ein Verkauf von bis zu 100 Prozent an einen oder mehrere Investoren sowie ein Börsengang, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Durch die Verkaufsoptionen soll laut der Mitteilung der Schuldenanstieg begrenzt werden. Gleichzeitig solle Arriva neue Spielräume für Wachstum gewinnen. Bahnchef Richard Lutz hatte dem Bund im Januar vorgeschlagen, Arriva zu verkaufen. Damals hieß es, das könne rund vier Milliarden Euro einbringen.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, hatte zuvor gesagt, dass es "natürlich bedauerlich" sei, wenn das Unternehmen ausgerechnet die Beteiligungen verkaufen müsse, die auch Einnahmen generieren. Da es aber notwendig sei, die Eigenkapitaldecke zu stärken, spreche sich die Gewerkschaft nicht gegen einen Verkauf aus.

Brexit könnte Arriva-Wert beeinflussen

Die Bewertung des Unternehmens ist aber durch die Unsicherheit über den Brexit schwer kalkulierbar. DB Arriva hat ihren Sitz im nordenglischen Sunderland und beschäftigt mehr als 50.000 Menschen. Das Tochterunternehmen betreibt in 14 europäischen Ländern Busse und Züge. Nach Angaben der Deutschen Bahn erzielte Arriva im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,44 Milliarden Euro.

Auch der Bundesrechnungshof hatte im Januar den Bund in einem Sonderbericht an den Bundestag aufgefordert, "nicht benötigte Unternehmensteile" vollständig zu verkaufen. Damit waren vor allem Arriva und die international tätige Logistiktochter Schenker AG gemeint.

Derzeit laufen Verhandlungen zwischen der Bahn und dem Bund über zusätzliche Mittel für  Reparaturen und Ausbauarbeiten. Hauptprobleme sind dabei fehlende Gleise und eine veraltete Infrastruktur. Der Bahnvorstand will in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Euro zusätzlich für Züge und Schienen ausgeben.