Der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max 8 sind zur Auswertung nach Paris geflogen worden. Das teilte Ethiopian Airlines auf Twitter mit. Die französische Luftsicherheitsbehörde Bureau d'Enquêtes et d'Analyses pour la sécurité de l'aviation civile (BEA) soll die Untersuchung leiten, die äthiopischen Behörden hätten um Unterstützung gebeten. Die beiden Flugschreiber waren am Montag am Absturzort geborgen worden. Deutschland hatte eine Untersuchung zuvor abgelehnt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hatte erklärt, sie verfüge nicht über die entsprechende Software.

Die Maschine vom Typ Boeing 737 Max 8 war am Sonntag verunglückt, 157 Menschen starben dabei. Die Absturzursache ist noch unklar, Experten vermuten aber ein technisches Problem. Die sogenannten Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache entscheidend sein könnten. 

Erst im Oktober war in Indonesien eine Maschine des gleichen Typs wenige Minuten nach dem Start abgestürzt. 189 Menschen starben dabei. Die Baureihe der Boeing 737 Max ist erst seit Mai 2017 in Betrieb. Vieles deutet darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen beiden Unglücken gibt.

Unterdessen wurde auch in den USA ein Großteil der weltweiten Flotte des Flugzeugtyps vorübergehend lahmgelegt. Die US-Luftfahrtbehörde FAA begründete das Verbot am Mittwoch mit den neuen Erkenntnissen zum Absturz der Maschine in Äthiopien. In der FAA-Anordnung heißt es, die Untersuchungen am Wrack der Maschine hätten auf "einige Ähnlichkeiten" zum Absturz in Indonesien hingewiesen. Der amtierende Behördenchef Daniel Elwell habe erklärt, "dass eine Gefahr mit Bezug zur Sicherheit bei der kommerziellen Luftfahrt besteht". Jetzt müssten weitergehende Untersuchungen erfolgen, ob es sich möglicherweise um dieselbe Absturzursache gehandelt habe.

Die FAA stellt sich auf eine längere Stilllegung der Maschinen des Typs Boeing 737 Max ein. Erst in einen Monaten rechnet die Behörde demnach mit einer Wiederaufnahme der Flüge.

Auch Boeing empfiehlt weltweite Startverbote

Auch Europa, weite Teilen Asiens und zuletzt Kanada hatten die Boeing 737 Max mit einem Startverbot belegt. Mit dem Verbot in den USA stehen inzwischen mehr als 310 Maschinen am Boden. Der US-Luftfahrtkonzern Boeing empfahl am Mittwoch als Vorsichtsmaßnahme ein vorübergehendes Startverbot für alle 371 Flugzeuge der Baureihe 737 Max weltweit. Zugleich betonte das Unternehmen jedoch, die Empfehlung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Boeing hat weiterhin volles Vertrauen in die Sicherheit der 737 Max." Der Konzern sicherte zu, man unternehme alles, um der Ursache für die Abstürze in Äthiopien und Indonesien auf den Grund zu gehen.

Die FAA zieht mit dem Startverbot für die 737 Max erst zum dritten Mal eine gesamte Baureihe eines Flugzeugtyps in den USA vorübergehend aus dem Verkehr. Nach einem Absturz in Chicago im Jahr 1979 hatte die Behörde ein vorübergehendes Flugverbot für die McDonnell Douglas DC-10 erlassen. 2013 folgte nach dem Brand von Batterien ein vorübergehendes Startverbot für die Boeing 787 Dreamliner.

Die meisten Flugzeuge der Boeing-737-Max-Reihe in den USA hat Southwest Airlines, die Fluggesellschaft verfügt über 34 Boeing 737 Max 8. American Airlines – die größte US-Fluggesellschaft – hat 24 Boeing 737 Max 8 in der Flotte. United Airlines besitzt 14 Maschinen vom größeren Typ Boeing 737 Max 9. Nach dem Absturz in Äthiopien hatten Flugbegleiter von Southwest Airlines und von American Airlines ein Startverbot für die Boeing 737 Max 8 gefordert.