Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will Elektroautos länger staatlich fördern als bislang geplant. "Ich finde es industriepolitisch wichtig, dass wir unsere gegenwärtig bis 2021 begrenzten Förderprogramme für batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride auf das ganze nächste Jahrzehnt ausdehnen", sagte Scholz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zugleich solle eine höhere Kilometerleistung batteriebetriebener Fahrzeuge gefordert werden.

Der Zeitung zufolge hatte sich Scholz vergangene Woche mit VW-Chef Herbert Diess getroffen. Nach dem Treffen verwies der Finanzminister nun auf kostspielige Investitionsentscheidungen der Autokonzerne, um EU-Emissionswerte für Pkws und Lastwagen zu erreichen. "Der Staat muss das mit einem Ausbau der Ladeinfrastruktur und mit steuerlicher Förderung begleiten", sagte Scholz der FAZ.

Zuvor hatte Volkswagen statt einer Technologieoffenheit eine spezielle Förderung von Elektromobilität gefordert, was eine Kontroverse unter den Autoherstellern auslöste. Als Ersatz für den klimaschädlichen Verbrennungsmotor, mit dem die Hersteller ihre Emissionsgrenzen bald nicht mehr einhalten können, setzt Volkswagen auf Elektroautos. Dagegen wollen sich Rivalen wie BMW und Daimler auch andere Möglichkeiten offenhalten, etwa Plug-in-Hybridwagen oder alternative Antriebe wie Wasserstoff-Brennstoffzellen.