Der Vorstand der Deutschen Bank hat einem Insider zufolge informelle Gespräche mit der Commerzbank genehmigt. Dabei solle eine Fusion der beiden Geldhäuser geprüft werden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Agentur Reuters. Zuvor hatte die Welt am Sonntag darüber berichtet. Dem Blatt zufolge hatte es bereits erste inoffizielle Kontakte in sehr kleiner Runde gegeben. Diese seien allerdings noch nicht in einem mitteilungspflichtigen Stadium gewesen. Die Deutsche Bank wie die Commerzbank lehnten eine offizielle Stellungnahme ab. 

Durch eine Fusion entstünde das mit Abstand größte deutsche Geldhaus. Im internationalen Vergleich wäre diese neue Bank aber immer noch ein Unternehmen geringer bis durchschnittlicher Größe.

Wie die Welt weiter berichtet, reagierten beide Banken mit den Gesprächen auch auf Druck aus Berlin. Die Bundesregierung erwarte eine Entscheidung in den kommenden Wochen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte immer wieder die Bedeutung einer starken deutschen Großbank betont. Der Bund ist seit der Finanzkrise von 2007 an der Commerzbank beteiligt und hält derzeit gut 15 Prozent ihrer Anteile. Scholz' Staatssekretär Jörg Kukies, ein ehemaliger Investmentbanker von Goldman Sachs, gilt als Befürworter einer Fusion. Berlin fürchtet zudem, dass es nach der Europawahl Ende Mai neue Mehrheiten in Brüssel geben könnte, die das Vorhaben blockieren könnten. 

Ein Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank wird laut Welt auch in Frankfurt am Main als letzte verbliebene Möglichkeit gesehen, um den deutschen Großbankensektor zu stärken. Sollte das nicht gelingen, würde die Commerzbank vermutlich von einem ausländischen Käufer übernommen. Beobachter befürchten zudem, dass die Deutsche Bank im Falle einer Krise in eine Schwierigkeiten geraten könnte – angesichts des starken Absturzes der Aktie.

Die Entscheidung des Deutsche-Bank-Vorstands fiel dem Insider zufolge schon vor längerer Zeit. Man befinde sich noch in einem sehr frühen Stadium. Ein Mandat des Aufsichtsrats für den Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, gebe es indes nicht, berichtete eine Person aus dem Umfeld des Kontrollgremiums der Bank. Ähnliches verlautete aus Kreisen des Commerzbank-Aufsichtsrats.