Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, John Cryan, hat für den unfreiwilligen Führungswechsel eine Abfindung in Millionenhöhe erhalten. Laut Geschäftsbericht der Bank beläuft sich die Abfindung auf knapp 8,7 Millionen Euro. Cryan war von Mitte 2015 bis zum 8. April 2018 an der Spitze der Deutschen Bank tätig.

Sein Nachfolger Christian Sewing hat laut Geschäftsbericht für seine Arbeit im vergangenen Jahr insgesamt 7 Millionen Euro erhalten. Er verzichtete dieses Mal wegen des erreichten Gewinns nicht auf seinen Bonus. Die Vorstände bekommen zusammen 55,7 Millionen Euro von ihrem Arbeitgeber überwiesen, nachdem das oberste Führungsgremium drei Jahre lang keinen Bonus erhalten hatte. Topverdiener im aktiven Vorstand der Bank war 2018 Garth Ritchie, der die Investmentbank leitet und zugleich einer der beiden Stellvertreter Sewings ist. Der Südafrikaner bekam fast neun Millionen Euro, wenn man Aufwendungen für seine Altersvorsorge herausrechnet. Das lag vor allem daran, dass er zusätzliches Geld als oberster Brexit-Beauftragter der Bank bekam.

An ihre rund 90.000 Mitarbeiter zahlt die Bank für das zurückliegende Geschäftsjahr insgesamt 1,9 Milliarden Euro an Boni aus. Für 2017 hatte die Belegschaft, die damals allerdings noch um einiges größer war, 2,3 Milliarden Euro bekommen.

Neben der Abfindung bekam Cryan für die letzten Monate im Amt außerdem noch eine Vergütung in Höhe von knapp 1,9 Millionen Euro. Damit Cryan in einem bestimmten Zeitraum nicht zu einem Wettbewerber wechselt, hat er darüber hinaus eine vertraglich festgelegte Entschädigung in Höhe von 2,2 Millionen Euro bekommen.

Damit summiert sich Cryans Bezahlung aus dem vergangenen Jahr, die zum Teil aber erst in den kommenden Jahren ausgeschüttet wird, auf insgesamt 12,8 Millionen Euro. Für die Jahre 2015 bis 2017 hatte er eine Vergütung von insgesamt etwas mehr als neun Millionen Euro erhalten. Damit kommt er auf eine Gesamtvergütung von knapp 22 Millionen Euro oder umgerechnet etwa 21.600 Euro pro Tag im Amt.

Cryan war bei der Deutschen Bank im April 2018 zunehmend unter Druck geraten: Zahlreiche internationale Rechtsstreitigkeiten hatten das Unternehmen belastet, die zu Milliardenzahlungen für Strafen und Kompensationen führten.