Die Zahl der Firmenpleiten ist in Deutschland deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, registrierten die deutschen Amtsgerichte im Januar 1.700 Unternehmensinsolvenzen und damit 5,7 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Seit Anfang 2019 haben sich unter anderem bekannte Unternehmen wie die Fluggesellschaft Germania oder der Modekonzern Gerry Weber für zahlungsunfähig erklärt.

Die meisten Insolvenzen gab es den Informationen zufolge mit 300 Fällen im Handel, gefolgt von der Baubranche (265) und dem Gastgewerbe (208). Die Forderungen der Gläubiger summieren sich demnach auf insgesamt 1,2 Milliarden Euro. 

Wegen der guten Konjunktur waren die Firmenpleiten in Deutschland neun Jahre in Folge zurückgegangen. Erst im Dezember 2018 hatte die Zahl der Firmenpleiten den niedrigsten Stand seit 1994 erreicht. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet für dieses Jahr wegen der deutlichen Konjunktureintrübung jedoch mit einem Ende dieser positiven Entwicklung. Die Zahl der Insolvenzen dürfte demnach stagnieren. 

Die Zahlen passen zu den gesamtwirtschaftlichen Daten, nach denen die deutsche Wirtschaft bereits in der zweiten Jahreshälfte 2018 nicht mehr gewachsen ist. Die führenden Institute sagen für dieses Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent voraus, nachdem es 2018 noch 1,4 Prozent waren. Gründe für die Schwäche sind die schlechtere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Risiken wie der Brexit.