Im Prozess um ein nicht genehmigtes Waffengeschäft des Rüstungsunternehmens Sig Sauer hat das Landgericht Kiel die drei Angeklagten zu Bewährungsstrafen verurteilt. Zwei frühere Mitarbeiter der Firma mit Sitz in Eckernförde wurden mit Bewährungsstrafen in Höhe von bis zu zehn Monaten belangt, der Manager der Schwesterfirma in den USA mit einer Bewährungsstrafe von bis zu einem Jahr und sechs Monaten. Hinzu kommen Geldstrafen in Höhe von insgesamt knapp 900.000 Euro.

Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht hatten sich bereits Ende Februar auf dieses Strafmaß geeinigt. Im Gegenzug legten die drei Männer durch ihre Anwälte vor der 3. Großen Strafkammer Geständnisse ab.

Sig Sauer unter Generalverdacht

Das Landgericht verhandelte den größten Fall illegalen Waffenhandels der vergangenen Jahre. Im Mittelpunkt stehen die drei früheren Sig-Sauer-Manager, die für die Lieferung von mehr 47.000 Pistolen vom Typ SP 2022 an eine Schwesterfirma in den USA verantwortlich waren. Von diesen Waffen wurden mehr als 38.000 nach Kolumbien weiterverkauft – laut Anklage ohne eine Genehmigung des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (Bafa). 

Der Anklage waren jahrelange Ermittlungen vorausgegangen. Diese waren laut der Staatsanwaltschaft Kiel sehr aufwendig, weil der Weg jeder einzelnen Waffe nachverfolgt werden musste. Bei mehreren Durchsuchungen stellten die Behörden umfangreiches Beweismaterial sicher, das den Verdacht gegen Sig Sauer erhärtete.

Kurz darauf belegte das Bafa den Waffenproduzenten mit einem Ausfuhrstopp. Sämtliche Anträge würden bis zum Abschluss einer Prüfung zur Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens nicht mehr genehmigt, hieß es seitens des Bundesamtes. Von der Firmengruppe sollen im Rahmen der sogenannten Gewinnabschöpfung mehr als elf Millionen Euro eingezogen werden.