Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei will mit einem No-Spy-Abkommen Sicherheitsbedenken gegen das Unternehmen entkräften. Der Konzern sei bereit, Erklärungen abzugeben, dass mit den Produkten von Huawei keine Spionage betrieben werde, sagte der Konzernvorsitzende Liang Hua. Die Bundesregierung zeigte sich allerdings skeptisch. "Entscheidend wäre, dass der chinesische Staat bereit ist, so etwas zu unterzeichnen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. "Dafür sehen wir keine Anzeichen."

Die USA fordern den Ausschluss des Konzerns vom Aufbau der Funknetze für den ultraschnellen Mobilfunkstandard 5G. Sie werfen Huawei vor, die Technologie, die weltweit in Mobilfunknetzen eingesetzt wird, zur Überwachung zu nutzen. Die EU-Kommission hat ihren Mitgliedstaaten dagegen vorgeschlagen, nicht grundsätzlich auf 5G-Ausrüstung von Huawei zu verzichten.

Der Vizepräsident der westeuropäischen Niederlassung von Huawei, Tim Watkins, wies die Spionagevorwürfe zurück. Huawei sei eine private Firma, die nicht vom Staat kontrolliert werde. Der Konzern werde keine Informationen an die chinesische Regierung weitergeben, sofern es solche überhaupt geben solle.

Berichte über Sicherheitslücken

Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone hatte nach eigenen Angaben vor ein paar Jahren Sicherheitslücken in Huawei-Produkten entdeckt. Wie erst im April bekannt wurde, seien die Probleme in den Jahren 2011 und 2012 im italienischen Netzwerk entdeckt worden. Medienberichte zufolge wurden damals "geheime Hintertüren" in der Huawei-Software festgestellt, die den Chinesen Zugang zum italienischen Netzwerk mit Millionen Internetkunden hätten geben können.