Verena Bahlsen entschuldigt sich für Äußerungen über NS-Zwangsarbeiter Die Erbin des Keksunternehmens nennt ihre Äußerungen unbedacht und "einen Fehler". Sie war wegen der Verharmlosung der Ausbeutung von Zwangsarbeitern kritisiert worden. © Foto: Monika Skolimowska/dpa

Nach der Diskussion um die Behandlung der Zwangsarbeiter des Keksherstellers Bahlsen im Zweiten Weltkrieg lässt das Unternehmen seine dahingehende Geschichte wissenschaftlich aufarbeiten. Der Göttinger Professor Manfred Grieger sei beauftragt, dazu ein unabhängiges Expertengremium zusammenzustellen, teilte Bahlsen mit. Die Gruppe solle die Zeit des Nationalsozialismus "noch genauer aufarbeiten und die damalige Entwicklung des Familienunternehmens in seinen Zusammenhängen darstellen".

Die Unternehmenserbin Verena Bahlsen hatte zuletzt mit Äußerungen zur Geschichte des Keksherstellers Kritik auf sich gezogen. Auf eine Frage nach den damaligen Zwangsarbeitern im Unternehmen hatte sie der Bild-Zeitung gesagt: "Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt."

Bahlsen entschuldigte sich anschließend und sprach von unbedachten Äußerungen sowie einem Fehler. Sie habe erkannt, dass sie sich intensiver mit der Historie des Unternehmens, dessen Namen sie trägt, beschäftigen müsse.

Die Bahlsen-Gruppe mit einem Jahresumsatz von knapp 560 Millionen Euro feiert dieses Jahr 130-jähriges Bestehen. Der langjährige Firmenchef Werner M. Bahlsen hatte sich vor einem Jahr aus dem Alltagsgeschäft in den Verwaltungsrat zurückzogen. Ihm gehören noch fünf Prozent der Anteile an dem Keks- und Süßwarenhersteller. Die übrigen 95 Prozent gehören den Kindern und werden von ihm mitverwaltet.