Panama Papers - Razzien bei Banken und Steuerkanzleien Ermittler haben bundesweit mehrere Geschäfts- und Privaträume durchsucht. Über Gesellschaften in Steueroasen sollen die Beschuldigten Steuern hinterzogen haben. © Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

Bei einer Razzia im gesamten Bundesgebiet haben Ermittler zahlreiche Geschäfts- und Privaträume durchsucht. Man habe die Wohnräume von acht "vermögenden Privatpersonen", elf Banken und Sparkassen sowie die Geschäftsräume von vier Steuerberatern durchsucht, teilte die Staatsanwalt Frankfurt mit – wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Neben der Staatsanwaltschaft Frankfurt waren das Bundeskriminalamt (BKA), das Landeskriminalamt Hamburg, die Oberfinanzdirektion Frankfurt und weitere Behörden an der Großrazzia beteiligt.

Um welche Banken es sich handelte, gaben die Behörden nicht bekannt. Stattdessen hieß es, die Geschäftsräume der Institute befänden sich in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Erding, Frankfurt, Köln und Trier. In Aachen, Hamburg, Hürth und München wurden den Ermittlern zufolge Geschäftsräume von vier Steuerberatern durchsucht, in Hamburg die Räume von sechs Vermögensverwaltungen. Die Wohnräume der Privatpersonen befänden sich in Bad Tölz, Erkrath, Hamburg, Konz, Simmerath und auf Sylt.

Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, sollen die acht Verdächtigen mithilfe einer ehemaligen Tochtergesellschaft "einer deutschen Großbank" auf den Britischen Jungferninseln Gesellschaften in Steueroasen gegründet haben. Sie wollten so Kapitalerträge verbergen und Steuern vermeiden.

Die Razzia steht nach Behördeninformationen im Zusammenhang mit einer Durchsuchung bei der Deutschen Bank im November 2018. Damals hatten die Ermittler nach eigenen Angaben zahlreiche Geschäftsunterlagen in schriftlicher und elektronischer Form sichergestellt. Mitarbeiter der größten deutschen Bank sollen Kunden bei der Gründung von Briefkastenfirmen in sogenannten Steuerparadiesen geholfen haben. Ihren Verdacht stützten die Ermittler auf Daten der sogenannten Offshore Leaks und Panama Papers durch das BKA. 

Die Deutsche Bank wies darauf hin, dass sich das aktuelle Ermittlungsverfahren nicht gegen den Konzern richte: "Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Privatpersonen. Die Deutsche Bank kooperiert mit der Staatsanwaltschaft und gibt alle angeforderten Unterlagen freiwillig heraus. Eine Durchsuchung der Geschäftsräume der Bank hat deshalb nicht stattgefunden."

Im Frühjahr 2016 hatte ein internationales Mediennetzwerk mit den Panama Papers aufgedeckt, dass hohe Geldsummen nach Panama flossen. Das Land in Zentralamerika gilt als Steueroase und Heimat zahlreicher Briefkastenfirmen. Ein Verbund investigativer Journalistinnen und Journalisten hatte 2013 mit den Offshore Leaks einen Datensatz zu Steueroasen und -hinterziehung im Internet veröffentlicht.