Ermittlungen im Steuerskandal, gesunkene Kreditwürdigkeit, die geplatzte Fusion mit der Commerzbank und Verstrickungen in die Geschäfte des US-Präsidenten: Die Deutsche Bank will einem Bericht zufolge beim geplanten Konzernumbau Risiken minimieren. Dabei sollten vor allem lang laufende Derivate, die zuletzt kaum Ertrag abwarfen, im Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro in eine interne Abwicklungseinheit – eine sogenannte Bad Bank – ausgelagert oder verkauft werden, berichteten die Financial Times (FT) und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Außerhalb Europas wolle das Finanzinstitut seine Aktienhandels- und Zinshandelsgeschäfte zudem deutlich schrumpfen oder sogar komplett schließen. Die endgültige Entscheidung stehe noch aus, schreibt die FT.

Die Bank selbst wollte den Bericht nicht kommentieren, sondern verwies auf frühere Aussagen: "Auf der Hauptversammlung im Mai haben wir angekündigt, dass wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen werden, um unsere Transformation zu beschleunigen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Wir werden Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und die Öffentlichkeit so bald wie möglich über die Ergebnisse informieren."

Ende März hatte die Bank in der Bilanz den Marktwert ihrer Derivate auf 331 Milliarden Euro beziffert – die gesamte Bilanzsumme der Bank belief sich auf 1,44 Billionen Euro. Sollte die Deutsche Bank also 50 Milliarden Euro an Derivaten intern abwickeln oder verkaufen, würde das zwar Risiken minimieren – der Effekt wäre aber nicht allzu hoch. 

Experten gehen davon aus, dass Bankchef Christian Sewing bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 24. Juli seine Pläne für den Umbau der Bank vorlegen wird.