Nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman haben Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Maßnahmen zur Sicherung der Öl- und Gasexporte aus der Region verlangt. Es sei eine "schnelle und entschlossene Antwort" nötig, sagte der saudi-arabische Energieminister Chalid al-Falih bei einem G20-Treffen in Japan. Es handele sich um "Terrorangriffe", die eine Bedrohung für die Energieversorgung seien. Der japanische Handelsminister Hiroshige Seko sagte, mit Blick auf die weltweite Energiesicherheit müsse die internationale Gemeinschaft eine gemeinsame Antwort finden.

Am Donnerstag waren der norwegische Öltanker Front Altair und der japanische Tanker Kokuka Courageous im Golf von Oman durch Explosionen beschädigt worden. Die genauen Umstände sind weiter unklar. Die beiden Tanker nahmen am Samstag Kurs auf die Vereinigten Arabischen Emirate.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran vorgeworfen, die beiden Tanker angegriffen zu haben. Auch Großbritannien machte das Land für die Explosionen verantwortlich. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bestritt jegliche Beteiligung seines Landes und wies die Vorwürfe der USA als "gegenstandslos" zurück.

Saudi-Arabien ist der größte Ölexporteur der Welt. Das Königreich ist ein Verbündeter der USA und ein Erzfeind des Iran. Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff. 

Zwischen Iran und USA deeskalieren

Der frühere deutsche Botschafter in Washington, Jürgen Chrobog, äußerte Zweifel an den Schuldzuweisungen der USA. Für eine Täterschaft des Iran gebe es keine Beweise, sagte er dem Deutschlandfunk. Er halte die Iraner inzwischen "für vernünftiger, für berechenbarer" als die USA. Durch einen Krieg hätte der Iran "noch mehr zu verlieren", sagte Chrobog. Aber auch Trump habe kein Interesse an einer militärischen Auseinandersetzung in der Region.

Die internationale Gemeinschaft müsse zusammenarbeiten, um den Transport auf den Weltmeeren zu schützen und den Zugang zu den Energiequellen in der Golfregion sicherzustellen, zitierten Staatsmedien den Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed Bin Sajed al-Nahjan. Mit Blick auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran rief er zu einer "Deeskalation" auf.